Sorgen vor einer US-Rezession haben zu Wochenbeginn den Preis für Brent-Öl auf das tiefste Niveau seit Anfang Januar fallen lassen. Bei einer harten Landung der US-Konjunktur würde sicherlich die Ölnachfrage deutlich gedämpft. Immerhin sind die USA mit einem Anteil von rund 19 % weiter die Nummer 1 beim weltweiten Ölverbrauch. Allerdings hält die OPEC+ ihre Förderkürzungen unverändert aufrecht und begrenzt damit das Ölangebot. Auch scheinen die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten auf dem jetzigen Ölpreisniveau aktuell kaum in Form einer Risikoprämie berücksichtigt zu werden. Zudem dürfte die US-Notenbank bis Mitte 2025 wiederholt die Zinsschraube lockern und die US-Konjunktur damit etwas stützen. Die LBBW geht unverändert davon aus, dass Brent sich in den nächsten Wochen stabilisieren wird und rechnet per Ende 2024 mit Preisen von 80 USD pro Barrel. Aktuell notiert das Barrel Brent-Öl zu 79,30 USD.

Der europäische Erdgaspreis erreichte an der niederländischen TTF-Börse mit über 40 Euro je Megawattstunde das höchste Niveau des Jahres. Verantwortlich dafür sind spekulativ orientierte Großanleger, die ihre Positionen in der letzten Woche um 46 % ausweiteten. Das war der höchste Stand seit August 2021. Zudem sorgt eine anhaltende Hitzewelle in Asien für eine erhöhte Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas (LNG), wodurch derzeit LNG-Tanker verstärkt nach Asien umgeleitet werden. Verstärkt wird der Preisanstieg durch die Ankündigung Norwegens, ab Ende August umfangreiche Wartungsarbeiten an den Erdgasanlagen vorzunehmen und Kämpfe an einer Erdgasverteilerstelle an der russisch-ukrainischen Grenze. Trotz dieser Faktenlage werden, solange sich die geopolitischen Spannungen nicht weiter verstärken, keine stark steigenden Erdgaspreise erwartet. Derzeit sind die Erdgasspeicher in Mitteleuropa bereits wieder zu 86 % gefüllt, sodass eine gewisse Versorgungssicherheit gegeben ist.

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