TV-Duell, Attentat auf Trump, Rückzug von Biden, Neu-Kandidatin Harris: Was für eine Achterbahnfahrt im US-Präsidentschaftswahlkampf! Das Rennen ist wieder völlig offen. Der LBBW Trump-O-Meter hat erstmals seit seinem Start die 50%-Schwelle unterschritten. Auch die Umfragen zeigen sowohl landesweit als auch in den kritischen Swing States wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Noch nicht eingepreist ist die von Kamala Harris getroffene Wahl ihres "Running Mate", des Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Während sie als Einwandererkind und ehemalige kalifornische Staatsanwältin die Mehrheiten in den progressiv eingestellten West- und Ostküstenstaaten sichern kann, repräsentiert der von ihr ausgewählte Tim Walz den Mittleren Westen, wo traditionellere Wertvorstellungen vorherrschen. Walz gilt als volksnah mit sozialer Ader. Er dürfte weitere Wählerschichten mobilisieren können und daher echten Mehrwert bei der Stimmenjagd bringen. Das Gegenteil bei den Republikanern: Trump-Vize J.D. Vance scheint eine eher unglückliche Wahl zu sein. Die nicht ganz drei Monate bis zum Wahltermin am 5. November versprechen spannend zu bleiben. Gestern wurde ein Hackerangriff auf das Wahlkampfteam von Donald Trump bekannt, hinter dem Medienberichten zufolge Iran stecken könne.
Der Start in die Woche verlief an den Märkten ruhig. In Japan war ohnehin Feiertag, und auch an den übrigen Börsenplätzen hielten sich die Schwankungen in Grenzen. Japanische Aktien erholten sich heute früh nach dem verlängerten Wochenende; der Nikkei legte um über 3 % zu. Der S&P 500 trat auf der Stelle und beendete den Handelstag bei 5.344 Punkten, dem Niveau vom Freitag. Der DAX ging mit einem minimalen Plus von 0,02 % aus dem Handel. Bester Titel war Hannover Rück, die mit guten Unternehmenszahlen überzeugten. Die Tochter des Versicherungskonzerns Talanx überzeugte insbesondere mit einem guten Neugeschäft. Heute legen u.a. Henkel, Fraport, HelloFresh, Porsche Holding, Renk und Home Depot ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Von Konjunkturseite stehen heute früh die Daten zu den ZEW-Konjunkturerwartungen im Fokus, bevor morgen mit Spannung die US-Inflationsdaten erwartet werden.