Neue Handelswoche startet fulminant

Es ist kaum zu glauben: Am gestrigen Tag schafften es im deutschen Börsenbarometer DAX, zusammengesetzt bekanntlich aus 40 Aktien, am Ende doch immerhin zwei, mit einem Tagesverlust zu enden. Die übrigen 38 stiegen um zwischen 0,1 und beachtlichen 5,9 %. So sieht eine breit angelegte Aufwärtsbewegung aus. Wir erinnern uns: Noch zum Ausgang der vorigen Woche hatten diverse "Untergangszenarien" die Runde gemacht, betreffend speziell den US-Bankenmarkt.

An die Spitze im deutschen Börsenranking setzte sich gestern, nicht zum ersten Mal in der Historie, Rheinmetall. Den Düsseldorfern kam das Parkettdebüt von TKMS sehr zupass, dem Marineableger von ThyssenKrupp: Nach einem Anfangskurs von 60 Euro je Aktie ging es mit TKMS hinauf bis in dreistellige Gefilde. Den Tag beendete das Papier bei 91 Euro: ein Plus von mehr als 50 %!

 

Was im Kurs, fehlt im Kurspotenzial

Das Problem mit dem fulminanten Anstieg des Aktienmarktes zu Beginn der laufenden Handelswoche: Die Fallhöhe hat einmal mehr zugenommen. Seit Auflage des DAX sind dort pro Kalenderjahr Erträge aus Investitionen von 8 % Usus. Für die Zeit seit Beginn dieses Jahres, über 42 Wochen, summieren sich die Erträge auf gut 21 %! So gesehen sind in den Börsennotierungen aktuell bereits sehr viele Kursbestandteile enthalten, die in den kommenden Jahren nicht mehr hinzukommen können.

Parallel zu den Kurskapriolen bei den Anteilsscheinen börsengehandelter Unternehmen markierte das Gold gestern neuerlich eine historische Rekordmarke. Im Handelsverlauf ging es für die Feinunze zeitweilig auf Werte jenseits von 4.380 USD hinauf. Auch auf Schlusskursbasis gab es ein neues Hoch: 4.347 USD. In Euro gerechnet sondiert das Edelmetall dieser Tage ebenfalls beständig neues Terrain. Hier stehen als Rekordkurs einstweilen knapp 3.764 EUR für die Feinunze auf der Tafel. Seit Jahresbeginn verteuerte sich das Gold auf Eurobasis per Saldo bislang um fast die Hälfte: 47,6 %.

Neuerlichen Auftrieb erhält die asset-price inflation am aktuellen Rand durch vielfältige Spekulation auf eine expansivere Geldpolitik in gleich mehreren Währungsräumen. In der Schweiz und im Euroraum mögen sich die Währungshüter einstweilen zieren, die Leitzinsen nochmals niedriger zu schleusen: Für die Vereinigten Staaten und für das Vereinigte Königreich gilt es als beinahe ausgemacht, dass die geldpolitischen Schrauben in den kommenden Monaten gelockert werden. Der Trend erscheint wohletabliert: Von den von der LBBW enger gecoverten 27 Notenbanken rund um den Globus haben 24 beim jeweils jüngsten Zinsschritt den entsprechenden Leitzins abgesenkt.

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