Die gestern veröffentlichten Daten zu den Auftragseingängen in den USA kamen mit einem monatlichen Rückgang von 0,1 % etwas schwächer herein als erwartet. Dies schürte Zinshoffnungen und Konjunktursorgen gleichermaßen, weshalb die US-Renditen ein paar Basispunkte nachgaben. Die Aktienmärkte tendierten richtungslos, der S&P 500 legte um 0,1 % zu. Im Vorfeld der heute Nachmittag erwarteten Preisdaten wollten sich die Anleger nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und größere Risiken eingehen. Die Musik spielte eher bei Einzeltiteln. Wasser in den Wein der Halbleiterhausse goss die Speicherschmiede Micron mit ihrem Umsatzausblick auf das vierte Geschäftsquartal. Die Anleger reagierten enttäuscht, die Aktie gab um 7 % nach, und dies, obwohl der avisierte Umsatz etwa der Konsenserwartung entsprach. Nachbörslich legte Nike seine Umsatzerwartungen für 2025 offen: Der Sportartikelkonzern befürchtet im kommenden Geschäftsjahr sinkende Umsätze. Die Nike-Aktie büßte im nachbörslichen Handel um 12 % an Wert ein.
Heute Nachmittag um 14:30 Uhr werden die PCE-Kernrate für den Monat Mai veröffentlicht. Nach 2,8% im April erwartet das LBBW Research einen Rückgang auf 2,6% im Vergleich zum Vorjahr.
Ab morgen beginnt die entscheidende KO-Phase der Fußball-EM. Das österreichische Team muss sich am Dienstag gegen die Türkei durchsetzen. Die Équipe Tricolore spielt am Montag: Den Französinnen und Franzosen bleibt damit ausreichend Muße, sich am Sonntag an die Wahlurnen zu begeben. Diesen vorgezogenen Urnengang haben sie ihrem Präsidenten Emmanuel Macron zu verdanken. Nach der herben Niederlage seines zentristischen Bündnisses bei der Europawahl am 9. Juni löste er das Parlament auf und setzte in der kürzest möglichen Frist Neuwahlen an. Vermutlich hat er damit ein Eigentor der etwas anderen Art geschossen - während der EM fielen davon ja auch recht viele. In den Umfragen liegt Macrons Lager abgeschlagen auf Platz 3. Nicht nur die Rechten Marine Le Pens haben ihn abgehängt, auch das linke Lager um Jean-Luc Melenchon liegt deutlich vor ihm. Derart unter Druck, warnt Macron vor einem Bürgerkrieg und schürt die Verunsicherung noch weiter.