Der gestern Nachmittag veröffentlichte ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen in den USA stieg im Januar um 2,9 Punkte auf 53,4 Punkte an und übertraf damit die Erwartungen der zuvor befragten Volkswirte. Nachdem zuvor schon der US-Arbeitsmarktbericht für Januar 2024 auf der Oberseite überraschte, häufen sich die Hinweise, dass das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2024 erneut kräftig ausfallen könnte. Dennoch wurde in einem kürzlich erschienen Vermerk der Comerica Bank angemerkt, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Januar auf 34,1 Stunden gesunken ist, was sich wahrscheinlich auf die Löhne der Angestellten im Einzelhandel, im Baugewerbe und im Gastgewerbe auswirkt. Auch die von Goldman Sachs veröffentlichte Lohnstatistik für US-Beschäftigte ist im Zuge des am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht auf vierteljährlicher Basis gesunken.
Diese Faktoren und die immer noch hohe Inflation in den USA erklären, warum die Zustimmung zu Präsident Bidens Arbeit für die Wirtschaft nicht sehr hoch ist. Der Chef der amerikanischen Notenbank Jerome Powell warnte die Märkte am Sonntag im Interview mit CBS's 60 minutes davor, auf rasche Zinssenkungen zu setzen. Der Job sei noch nicht erledigt, so Powell, und die Notenbank warte noch auf weitere Hinweise, dass sich der Trend zum 2 %-Inflationsziel der Fed fortsetzt. Bereits nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes am Freitag sprangen die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen über die 4 %-Marke, wobei auch am gestrigen Montag der Anstieg weiter anhielt.
Die Korrektur bei den Fed-Zinssenkungsphantasien der Marktteilnehmer sowie die anhaltend robuste US-Konjunktur haben auch dem USD ggü. dem Euro zu einem Turnaround verholfen. Zum Jahreswechsel lag der
EURUSD-Wechselkurs noch bei 1,11. Heute Morgen notierte der Kurs bei 1,0753 - und damit mehr als 3% tiefer. Neben der im Vergleich zum Euroraum robusteren US-Konjunktur trägt vor allem das höhere US-Zinsniveau zur Stärke des Dollars bei. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht die Zinsdifferenz zwischen den US- und den Eurozinsen als maßgeblichen Parameter für die Wechselkursentwicklung an.