US‑Justiz ermittelt gegen Fed-Chef
Die US-Regierung richtet ihren Blick nach einer außenpolitisch geprägten Woche wieder stärker auf innen- und geldpolitische Themen. Das Justizministerium hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Notenbankchef Jerome Powell eingeleitet. Als Begründung nennt die Behörde mögliche Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten am Fed-Hauptquartier. Powell wies dies in einer Videobotschaft zurück und sprach von politischem Druck auf die Geldpolitik. An den Märkten führte die Nachricht zu einem schwächeren US‑Dollar, einem neuen Rekordhoch beim Goldpreis und fallenden US‑Aktienindex-Futures.
Parallel dazu verstärken Maßnahmen aus dem Weißen Haus den Eindruck, dass die Regierung auf niedrigere Zinsen drängt. So wurden zusätzliche Käufe von Hypothekenanleihen durch Fannie Mae und Freddie Mac angekündigt, und der Präsident forderte eine Deckelung der Kreditkartenzinsen für US-Konstumenten auf 10 %. In der neuen Handelswoche dürfte daher die Unabhängigkeit der US‑Notenbank erneut im Fokus stehen.
Chinas Immobilienkonzern wankt
Der chinesische Immobilienentwickler Vanke steht unter erheblichem Druck und muss kurzfristig einen neuen Rückzahlungsplan für zwei Onshore‑Anleihen im Umfang von 5,7 Mrd. Yuan vorlegen. Investoren hatten eine längere Fristverlängerung zuvor abgelehnt. Obwohl die schwierige Lage des Unternehmens seit Längerem bekannt ist, könnte ein ungeordneter Zahlungsausfall den ohnehin belasteten Immobilienmarkt weiter destabilisieren und Zweifel an staatlicher Unterstützung selbst für große Firmen verstärken. Selbst bei einer Einigung bleibt Vanke angesichts einer Schuldenlast von rund 50 Mrd. US‑Dollar stark gefordert.
Deutschlands Kanzler Merz auf Besuch in Indien
Bundeskanzler Merz hat inmitten globaler Unsicherheiten seine erste Asienreise begonnen – nicht nach China, sondern nach Indien. Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu Washington und schwieriger Handelsbedingungen mit China rückt Indien als potenziell wichtiger Partner für Deutschland stärker in den Fokus. Die inzwischen fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet Chancen sowohl als Absatzmarkt als auch als Produktionsstandort. Zudem dürfte eine engere Zusammenarbeit bei der Sicherung von Rohstoffen eine zentrale Rolle spielen, da Deutschland weiterhin stark von Importen aus China abhängig ist.