Am Nachmittag richtete sich der Blick der Marktteilnehmer wieder auf makroökonomische Daten. Die deutsche Inflationsrate sank im Juni sogar etwas stärker als erwartet, und zwar von 2,4 % auf 2,2 %. Damit nähert sich die Teuerung wieder dem EZB-Ziel von 2 %. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 2,3 % gerechnet. Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) ging leicht von 3,0 % auf 2,9 % zurück. Bereits vorliegende Daten aus Frankreich und Spanien hatten ebenfalls eine Verringerung der Teuerungsrate gezeigt.
Jenseits des Atlantiks stand gestern der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management (ISM) auf der Agenda. Der Index fiel im Juni überraschend von 48,7 auf 48,5 Punkte und verharrt damit unter der Expansionsschwelle von 50 Zählern. Die Konsensschätzung der Analysten war von einem Anstieg auf 49,1 Punkte ausgegangen. Auch vom US-Bausektor gab es gestern keine guten Nachrichten. Die Bauausgaben sanken im Mai überraschend um 0,1 %.
Auf dem Makrokalender steht heute die Veröffentlichung der Inflationsdaten für den Euroraum. Wir prognostizieren eine Stagnation der Inflationsrate bei 2,6 %, wobei das Überraschungspotenzial nach der unerwartet niedrigen Inflation in Deutschland wohl auf der Unterseite liegt. Zudem erwarten uns Reden von EZB-Präsidentin Lagarde und Fed-Chef Powell beim jährlichen Symposium der EZB im portugiesischen Sintra. Bereits gestern hatte Christine Lagarde in ihrer Eröffnungsrede für das Symposium betont, dass die EZB nicht genügend Belege dafür hat, dass die Inflationsgefahren vorüber sind. Die EZB habe angesichts des robusten Arbeitsmarktes genug Zeit, die eingehenden Informationen zu bewerten. Dies könnte die Erwartungen befeuern, dass die Währungshüter erst einmal eine Pause bei den gerade begonnenen Zinssenkungen einlegen.