Nach der Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Zinssätze unverändert zu belassen, gab es eine Welle des Optimismus der Anleger sowohl auf den Aktien- als auch auf den Anleihemärkten: es gab eine Rally im S&P 500 und der 10-jährige Treasury fiel um fast 0,20 % (die Anleiherenditen fallen, wenn die Anleihekurse steigen). Heute wird das US-Arbeitsministerium seinen Beschäftigungsbericht für Oktober veröffentlichen. Sowohl der Anstieg der Stellen als auch der Anstieg der Lohnsumme werden sich auf die zukünftigen Entscheidungen der Fed in Bezug auf die Zinssätze auswirken.

Gestern war ein ereignisreicher Tag für die Zentralbanken diesseits des Atlantiks: die Bank of England, die Norgesbank und die Tschechische Notenbank trafen Entscheidungen über die Zinssätze in ihren Ländern. Alle haben die Zinssätze unverändert gelassen, wobei sie in Norwegen die Möglichkeit einer Zinserhöhung bis zum Ende des Jahres offen gelassen haben. Die Bank of England ist der Meinung, dass es für eine Zinssenkung noch zu früh ist. In Tschechien würde diskutiert, ob sie beider nächsten Sitzung mit einer Zinssenkung zu beginnen (der Leitzins liegt bei 7 %). Sollte dies der Fall sein, wären die Senkungen jedoch gering.

Gestern wurden auch die Zinssätze auf breiter EU-Ebene diskutiert, wobei der Präsident der Deutschen Bundesbank und der EZB-Vertreter aus Holland die Meinung äußerten, dass die Europäische Zentralbank mit dem derzeitigen Leitzinsniveau die Inflation wieder auf ihren Zielwert von 2 % bringen wird. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel warnte gestern Abend jedoch, dass angesichts der langen Phase hoher Inflation die Tür für weitere Zinserhöhungen offenbleiben müsse. Erneute Angebotsschocks könnten die Inflationserwartungen destabilisieren. Es hat ein Jahr gedauert, um die Inflation von 10,6 % auf die derzeitigen 2,9 % zu bringen. Der Weg bis zur 2 %-Marke dürfte nun doppelt so lang benötigen.

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