US-Nachbarstaaten vergelten
Die Reaktion der betroffenen Länder auf Trumps Entscheidung fiel dabei unterschiedlich aus. Der kanadische Premier Trudeau kündigte umgehend Vergeltungszölle von 25 % auf US-Importe im Wert von rund 105 Mrd. USD an, wobei der erste Teil bereits diesen Dienstag in Kraft treten wird. Betroffen sind Einfuhren von rund 20 Mrd. USD, darunter Alkohol, Kleidung und Haushaltswaren. Der zweite Teil, welcher u.a. auf Fahrzeuge, Agrarprodukte und Stahl abzielt, soll erst nach einer Übergangszeit von drei Wochen eingeführt werden, um kanadischen Betrieben mehr Zeit für die Suche nach alternativen Bezugsquellen geben. Trudeau warnte zugleich die kanadische Bevölkerung, dass man sich auf schwere Tage und Wochen einstellen müsse. Aus Mexiko kam ebenso heftige Kritik, wobei diesen Montag erste Details zu etwaigen Gegenzöllen auf US-Importe bekannt gegeben werden sollen.
Auf chinesischer Seite hält man sich mit Gegenmaßnahmen indes zurück. Dass Trumps Zölle sich vorerst stärker auf die Nachbarstaaten der USA konzentrieren, dürfte in Peking für gewisse Beruhigung sorgen. Denn je größer der Schaden, den die amerikanische Wirtschaft durch den Zollkrieg mit Kanada und Mexiko erleidet, desto weniger Verhandlungsspielraum wird den USA gegenüber anderen Staaten bleiben. China dürfte wohl rasch in Gespräche mit Trump eintreten, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Volatilität voraus an den Märkten
Mit der nun beginnenden Ära neuer Zölle werden sich auch die Finanzmärkte auf mehr Turbulenzen einstellen müssen. In Asien eröffneten die Börsen tiefrot, wobei der japanische Nikkei und der taiwanesische Leitindex Taiex mit -2,6 % bzw. -3,5 % die größten Verluste aufwiesen. In Europa und den USA deuten die Futures auf einen ähnlich düsteren Start hin. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen reagierten unterdessen aus Angst vor einem US-Stagflationsszenario mit leichten Rückgängen.
An Terminen stehen in dieser Woche vor allem die Sitzung der Bank of England am Donnerstag sowie US-Arbeitsmarktdaten am Freitag im Fokus. Die LBBW geht davon aus, dass die britische Notenbank angesichts der jüngst stagnierenden Wirtschaft und einer Pause im Dezember den Leitzins nun um 25 Basispunkte auf 4,5 % reduzieren wird.