Nachdem in Sorge um eine Abkühlung des gewerblichen Immobilienmarktes in den USA die Anleihen der US-Regionalbank New York Community Bancorp sowie der japanischen Aozora Bank deutlich nachgaben, folgten vor einigen Tagen auch europäischer Häuser. Jüngstes Opfer war die Deutsche Pfandbriefbank AG, deren Nachranganleihen nach einer Verkaufsempfehlung der Ratingagentur Moody’s unter Druck gerieten und im Wochenverlauf über 30% nachgaben. Berichten zufolge werfen die Bankenaufseher der EZB bereits ein Auge auf den Sektor. Zwar geht man nicht davon aus, dass die jüngsten Turbulenzen die Kapitalquoten der Banken wesentlich beeinträchtigen werden, dennoch könnten einigen Geldinstituten höhere Kapitalanforderungen ins Haus stehen, sollten diese ihre Risiken im Gewerbeimmobiliengeschäft nicht adäquat bewertet haben.

Die Aktienmärkte haben sich in letzter Zeit ganz anders entwickelt als der Gewerbeimmobilienmarkt und dabei neue Allzeithöchststände erreicht. Der US-amerikanische Leitindex S&P 500 konnte am Freitag zum ersten Mal in der Geschichte über der Marke von 5000 schließen, der japanische Nikkei 225 übersprang kurzfristig den 34 Jahre alten Rekord von 37.000 Punkten, und beim Nasdaq ist ein neues Allzeithoch in greifbarer Nähe. Nur der DAX wollte nicht so recht an sein Hoch von Ende letzten Jahres von 17.000 Punkten anschließen und schloss mit -0,22% leicht im Minus.

Ob die Börsenrally in dieser Woche weitergeht, wird u.a. von den am Mittwoch anstehenden Daten zu den US-Verbraucherpreisen abhängen. Die Schätzungen gehen von einem Anstieg auf Monatssicht von 0,2% aus, während im Jahresvergleich eine Rate von 2,9% erwartet wird. Nach zuletzt starken Daten zum US-Arbeitsmarkt, könnte ein sich beschleunigender Preisanstieg den Zinsen am langen Ende weiter Auftrieb geben. In der Eurozone wird der ZEW Economic Sentiment Index am Dienstag zeigen, ob es in Hinblick auf die Konjunkturerwartungen wieder mehr zu feiern gibt. Apropos feiern, in Fernost herrschen diese Woche geänderte Handelszeiten. Unter anderem wird die Börse in Hongkong aufgrund der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr erst am Mittwoch wieder an den Start gehen, jene in China dagegen die gesamte Woche geschlossen bleiben.

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