Die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland kletterten im April wieder über die Marke von 50 Punkten und somit in Richtung Expansion. Der Anstieg des Index von 47,7 Zählern im Vormonat auf 50,5 Punkte übertraf die Erwartungen deutlich (Bloomberg-Konsens: 48,4). Maßgeblich für den Sprung war der Dienstleistungssektor, der sich von 50,1 auf 53,3 verbesserte. Bei der Industrie gab es dagegen nur einen geringen Anstieg von 41,9 auf 42,2 Punkte, was sogar leicht unter den Erwartungen blieb. Für den Euroraum zeigte sich ein ähnliches Bild: Der Services PMI (Dienstleistungen) legte im Expansionsbereich zu (von 51,5 auf 52,9 Punkte), während der Manufacturing PMI (Industrie) unterhalb der 50er-Schwelle blieb (leichter Rückgang von 46,1 auf 45,6 Zähler).
Die Aktienmärkte stiegen ebenfalls, der DAX kletterte nach dem zwischenzeitlichen Rücksetzer wieder über die Marke von 18.000 Punkten. Der Anstieg wurde durch das Index-Schwergewicht SAP getrieben, die Aktie des Walldorfer Software-Konzerns konnte nach Vorlage guter Q1-Zahlen ein Tagesplus von rund 5 % verzeichnen. Der Euro Stoxx 50 überwand ebenfalls eine Tausender-Marke und schloss knapp über 5.000 Index-Punkten.
Die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für die USA, die am Nachmittag veröffentlicht wurden, fielen dagegen schwächer als erwartet aus: Statt leichter Steigerungen sanken die beiden Teilbereiche Services und Manufacturing, so dass sich der Gesamtindex von 52,1 auf 50,9 Punkte verschlechterte. Die Investoren werteten diese Abschwächung aber nicht als negatives Zeichen, sondern sahen darin höhere Chancen auf sinkende Leitzinsen. Der S&P 500 behauptete sich über der Marke von 5.000 Punkten.
Heute um 10 Uhr wird das ifo Geschäftsklima für Deutschland veröffentlicht. Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet mit einer Verbesserung. Aus den USA folgen am Nachmittag Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Güter. Unterdessen nimmt die Berichtssaison weiter an Fahrt auf: Heute legen 28 Unternehmen aus dem Stoxx Europe 600 und 40 US-Konzerne aus dem S&P 500 ihre Zahlen vor. Das US-Schwergewicht Meta (früherer Facebook-Konzern) steht dabei besonders im Fokus der Anleger.