Der Euro verlor im Zuge der Regionalwahlen in der Türkei gegenüber der Lira an Wert, naturgemäß nur minimal, um 1,8%. Sehr viel bemerkenswerter sind die jüngsten Verluste des Euro gegenüber dem US-Dollar. Für die Zeit zurück bis zum 8. März summieren sie sich mittlerweile auf 2,2% - mit, wie es den Anschein hat, zunehmender Tendenz. Am gestrigen Montag sackte die Gemeinschaftswährung regelrecht durch. Anlass war die Meldung, der ISM für das Verarbeitende Gewerbe der Vereinigten Staaten sei im März bei 50,3 Punkten gelandet: zum ersten Mal seit September 2022 wieder oberhalb von 50 Punkten, der Grenzlinie zwischen Schrumpfung und Expansion. Für die US-Geldpolitik besonders bedeutsam: Der Sub-Index für die Preiserwartungen hüpfte regelrecht nach oben, von 52,5 Punkten auf 55,8 Zähler. In der Folge: Ausverkauf am Rentenmarkt. Auch die Aktienmärkte ließen Federn.
Am heutigen Handelstag können die am Finanzmarkt Aktiven direkt nachprüfen, was für Wirkungen die gestrigen ISM-Zahlen ggf. auslösen werden. FOMC-Vize Williams tritt vor die Mikrofone, als Teilnehmer einer Diskussionsrunde. Gesucht wird hierbei nach Hinweisen darauf, wann die US-Notenbank ihre Geldpolitik lockert. Die Analysten der LBBW haben in der vorigen Woche ihre diesbezüglichen Erwartungen heruntergeschraubt. Sie sehen lediglich noch vier Senkungen für dieses Jahr, nach zuvor fünf Schritten. Den Beginn des neuen Lockerungszyklus' haben sie gedanklich in den Juli geschoben, einen Monat nach hinten.