Am Samstag dann meldete sich US-Notenbankdirektorin und FOMC-Mitglied Michelle Bowman zu Wort. Nach ihrer Einschätzung ist der US-Zinsgipfel im laufenden Zyklus noch nicht erreicht. Weitere Zinserhöhungen - im Plural (!) - seien notwendig, um die Inflation auf die Zielmarke der Fed zu bringen. Tatsächlich geht zwar in den Vereinigten Staaten die Inflationsrate, von oben kommend, in Richtung 2%. Aber: Auf dem Weg dorthin kann sehr wohl noch viel passieren - und viel schiefgehen!
Am vergangenen Freitag wurden in Deutschland die Auftragseingänge der hiesigen Industrie vom Juni gemeldet. Es gab ein Plus von 7,0% im direkten Monatsvergleich: eine faustdicke Überraschung auf der Oberseite. Mag diese Zahl auch massiv von einem einzigen Großauftrag im Fahrzeugbau aufgebläht sein: Auch Großaufträge sind Aufträge. Heute folgen, dem Kalenderturnus folgend, die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für Juni. Der Expertenkonsens erwartet einen Rückgang um gut ein halbes Prozent. Eine Überraschung am oberen Rand - und schon würden die Wertpapierhändlerinnen und händler wieder zittern. Dieser Tage heißt es immer wieder aufs Neue: Gute Konjunkturnachrichten sind schlecht für die Finanzmärkte und umgekehrt.