EZB hält still, Bank of England senkt, Bank of Japan erhöht den Leitzins


Die EZB hat die Leitzinsen unverändert belassen. Der maßgebliche Einlagesatz bleibt bei 2%. Die Projektionen für Inflation und BIP-Wachstum wurden per Saldo leicht angehoben. Die Anpassungen fielen aber insgesamt erwartungsgemäß moderat aus. Erstmals gibt es auch Projektionen für 2028. Am Ende des Projektionshorizonts 2028 erwarten die Volkswirte der EZB und der nationalen Zentralbanken eine Inflationsrate von 2,0 % und ein BIP-Wachstum von 1,4 %. 

Die Bank of England hat ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 3,75 % gesenkt. Vier der neun Mitglieder wollten in der gestrigen Sitzung den Zins unverändert lassen. Die Inflation liegt zwar noch über dem Ziel, hat aber nachgegeben. Damit bleibt die Tür für weitere Schritte im kommenden Jahr offen. Für Unternehmen und Kreditnehmer ist das ein kleiner, aber wichtiger Rückenwind.

Auch die BoJ hat heute Morgen ihren Leitzins neu adjustiert. Durch die Anhebung um 25 Basispunkte auf 0,75 % hat der Leitzins den höchsten Stand seit rund drei Jahrzehnten erreicht. Gleichzeitig ließ die BoJ die Option weiterer Schritte ausdrücklich offen. Der Beschluss fiel einstimmig im Policy Board und markiert die vierte Zinserhöhung unter Gouverneur Kazuo Ueda. Damit beendet die Notenbank das Jahr - trotz Gegenwinds durch US-Zölle und einer vorsichtigen Regierungsführung - mit zwei Zinserhöhungen. Auch wenn das Zinsniveau international weiterhin niedrig ist, markiert der Schritt einen weiteren Meilenstein in den Normalisierungsbemühungen von Gouverneur Kazuo Ueda. Treiber bleibt die hartnäckige Teuerung: Vor allem hohe Lebensmittelpreise halten die Inflation seit fast vier Jahren über dem Zielwert von 2 %. Entsprechend kam die Entscheidung nicht überraschend - am Markt war sie im Vorfeld mit rund 90 % eingepreist.
 

Erdgaspreise im Sinkflug 


Die Erdgaspreise für Lieferung in einem Monat sind am niederländischen TTF auf 26,53 Euro je MWh gefallen - der niedrigste Stand seit Anfang April 2024. Ausschlaggebend ist das bislang ungewöhnlich milde Wetter in Mitteleuropa, das die Nachfrage spürbar bremst. Gleichzeitig beschleunigen spekulative Positionierungen am Terminmarkt den Rückgang: Erstmals seit Mitte März 2024 dominieren Netto-Verkaufspositionen der Investmentgesellschaften. Der Aufschlag der Winterkontrakte (Okt. 2025 bis März 2026) gegenüber den Sommermonaten (Apr. bis Sep. 2026) ist auf knapp unter 1,30 Euro je MWh geschrumpft - so niedrig wie seit August 2020 nicht, die Winter-Risikoprämie bleibt damit gering. In Deutschland liegen die Speicher bei rund 63 % und damit unter Vorjahr sowie unter dem EU-Schnitt von 70 %. Markttechnisch wirkt der Markt überverkauft, eine Bodenbildung ist möglich. Taucht nach Weihnachten eine Kältewelle in den Modellen auf, könnte das die Preise abrupt nach oben treiben. 
 

Heute im Fokus


Um 8:00 Uhr veröffentlichte die GfK das Konsumklima für Januar. Im Dezember stieg der Indikator um 0,9 Punkte auf -23,2 (November: -24,1). Für Januar erwartet die LBBW eine leichte Aufhellung auf -23 Punkte - das Stimmungsbild bliebe damit jedoch klar negativ, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Zeitgleich wird der Erzeugerpreisindex (PPI) für November publiziert. Erwartet wird ein Minus von 0,1 % nach +0,1 % im Oktober. 

 

Dies ist die letzte Ausgabe des HYPO Börsenblick für das Jahr 2025. Die nächste Ausgabe dieser Publikation erscheint am 2. Januar 2026.

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten sowie einen guten und gesunden Start in das neue Jahr!

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