Entgegen jener Spekulationen erhöhte die EZB in der vergangenen Woche ihre Leitzinsen dennoch um weitere 50 Zähler. Weil die US-Währungshüter ihren Satz seit Beginn der Zinserhöhungsphase jedoch kumuliert bereits deutlich stärker angehoben haben als die EZB, gilt ein weiterer Erhöhungsschritt von Powell & Co. im Rahmen der heutigen Fed-Sitzung trotzdem nicht als zwingend ausgemacht. Eine Leitzinspause stünde allerdings wohl nur dann zur Disposition, wenn die US-Währungshüter eine beträchtliche Wahrscheinlichkeit darin sehen würden, dass die aktuellen Verwerfungen Ausdruck eines systemischen Problems im Finanzsektor sind. Ansonsten erwartet die LBBW auch für die USA eine weitere Leitzinserhöhung, allerdings lediglich um 25 Basispunkte. Wichtig dürfte dabei zusätzlich sein, welches rhetorische Signal die US-Notenbanker mittels ihrer überarbeiteten Dot Plots, also der Leitzinsprojektionen, an die Märkte senden werden.