Der Joker soll es richten
Nur einen Tag nach dem Sturz der Mitte-Rechts-Regierung hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen raschen Schritt zur Stabilisierung unternommen: Der Élysée-Palast bestätigte die Ernennung des bisherigen Verteidigungsministers Sébastien Lecornu zum neuen Premierminister. Der 39-Jährige, der bereits mehrere Ministerämter bekleidete und als enger Vertrauter Macrons gilt, soll nun die schwierige Aufgabe übernehmen, mit den Fraktionen der Nationalversammlung einen tragfähigen Kurs abzustimmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verhandlungen über den Haushalt 2026 und die einhergehende nötige Defizitminderung. Damit setzt Macron auf Kontinuität im eigenen Lager, um die politische Handlungsfähigkeit nach den jüngsten Turbulenzen rasch wiederherzustellen.
Bitcoin: Historische Schwäche im September, Stärke im Schlussquartal
Im gestrigen Handel gelang es dem Bitcoin zwar, kurzfristig Boden gutzumachen, die bisherige September-Höchstmarke von 113.378 US-Dollar konnte jedoch nicht überwunden werden. Anschließend setzte die Kryptowährung erneut zurück. Ein Blick auf die Historie zeigt, dass Anleger im neunten Kalendermonat traditionell zur Vorsicht neigen sollten: Während die durchschnittliche Monatsrendite über alle Jahre hinweg bei +14,5 % liegt, verzeichnet der September im Schnitt ein Minus von 4,8 %. Auch der Median von 4,9 % bestätigt dieses Muster. In den vergangenen 14 Jahren brachte der September nur sechsmal ein positives Ergebnis, dagegen achtmal Verluste - ein Bild, das sich auch in den ersten Handelstagen dieses Monats abzeichnet. Deutlich optimistischer stimmt dagegen die Bilanz des Schlussquartals. Zwischen Oktober und Dezember erzielte Bitcoin im Schnitt eine Performance von +25,9 %, der Median liegt bei +15 %. Zehnmal in fünfzehn Jahren schloss die Kryptowährung das vierte Quartal mit Gewinnen ab - oftmals befeuert von kräftigen Anstiegen im Oktober und November. Für Anleger deutet sich damit ein klarer saisonaler Rhythmus an: Schwächephasen im Spätsommer gehen nicht selten in eine ausgeprägte Jahresendrallye über.
Heute im Fokus
Bereits am frühen Morgen wurden in China die Inflationsdaten für August veröffentlicht. Der Verbraucherpreisindex verzeichnete im Jahresvergleich ein Minus von 0,4 %, nachdem er im Juli noch auf der Stelle getreten war. Auch die Erzeugerpreise blieben unter Druck: Der PPI ging auf 2,9 % zurück, nach einem Rückgang von 3,6 % im Vormonat. Die Verbesserung ist zwar zum Teil auf saisonale Faktoren zurückzuführen, aber dennoch dürfte der deflationäre Druck in der Industrie langsam nachlassen. Gleichwohl besteht für die Wirtschaft die Gefahr, dass neben der schleppenden Konsumnachfrage auch der Industriesektor an Dynamik verliert. Um 14:30 Uhr MESZ rückt die Veröffentlichung des US-Produzentenpreisindex für August in den Fokus der Finanzmärkte. Nach einem kräftigen Anstieg um 0,9 % im Juli, der den zunehmenden Kostendruck deutlich machte, richten sich die Erwartungen nun auf eine Abkühlung der Dynamik. Die LBBW rechnet mit einem Plus von 0,5 %, während der Konsens der Analysten lediglich 0,3 % veranschlagt - ein Unterschied, der für die Einschätzung des Inflationspfads und die künftige Geldpolitik der Federal Reserve von Gewicht sein dürfte.