Zentral: Krieg und Frieden
Der deutsche Aktienindex DAX beendete den gestrigen Handelstag mit einem Plus von bemerkenswerten 1 1/4 %. Heraus stachen Rüstungswerte. Rheinmetall gewann im Tagesverlauf 14 %, Hensold 13,5 %. Seit Februar 2022, dem Beginn des offenen Ukrainekriegs, hat sich die Aktie von Rheinmetall im Preis annähernd verzehnfacht. Gerechnet zurück bis zur Annexion der Krim im März 2014 ist Rheinmetall gut und gerne auf das 18-fache gestiegen. Anfang der kommenden Woche wird in politischen Reden darauf hingewiesen werden, dass der Ukraine-Krieg nunmehr drei Jahre andauert. Faktisch, gerechnet ab 2014, ist mehr als ein Drittel des Wegs absolviert zu einem neuerlichen Dreißigjährigen Krieg. In den Köpfen der Westeuropäer ist die vielgeschworene "Zeitenwende" erst mit dem Beginn von Trump 2.0 wirklich angekommen. Speziell seit der jüngsten Münchener Sicherheitskonferenz vom vergangenen Wochenende wird in den Zirkeln der europäischen politischen Entscheider ernsthaft darüber nachgedacht, wie sich das Freie Europa schützen kann - ohne die Vereinigten Staaten, die sich dem Despoten Wladimir "Wissarionowitsch" Putin andienen. Frankreichs Präsident Macron hatte für gestern zu einem Krisengipfel geladen: NATO-Generalsekretär Rutte, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, den britischen Premierminister Starmer und die Staats- bzw. Regierungschefs aus Deutschland, Polen, Italien, Spanien, den Niederlanden und Dänemark. Frankreich legte hierbei den Plan für gemeinsame Anleihen zur Rüstungsfinanzierung vor. Es zeigt sich einmal mehr: Voran geht es mit Europa vor allem in Krisenzeiten.