Schwacher Start in den September
Nach leichten Verlusten am Vortag beschleunigte sich gestern die Abwärtsbewegung an den europäischen Börsen. Insbesondere der DAX geriet unter Druck, er verlor 2,3 % auf 23.487 Punkte. Der Euro Stoxx 50 gab 1,4 % auf 5.291 Zähler nach. Einen starken Anlass für die Verluste gab es eigentlich nicht, was umso bedenklicher erscheint. Offenbar sehen die Anleger zunehmend Probleme in den steigenden Anleiherenditen vor allem am ultralangen Ende. Die Renditedifferenz zwischen 30- und 10jährigen Laufzeiten stieg weiter an. So erreichte die Rendite der 30jährige Bundesanleihen mit 3,41 % das höchste Niveau seit 2011. Am US-Rentenmarkt steuert die 30jährige Treasury auf die 5%-Marke zu, und britische Langläufer rentieren sogar so hoch wie noch nie in diesem Jahrhundert. Sehr lang laufende Anleihen werden damit zunehmend zu einer Alternative für Aktien. Gegenüber dem Jahresbeginn fiel die Performance des DAX (18,0 %) hinter die des Goldpreises (in Euro gerechnet 18,8 %) zurück.

Zölle vor dem Supreme Court
Nach dem Feiertag am Montag startete die Wall Street gestern mit Verlusten in den September. Der S&P 500 gab 0,7 % auf 6.416 Punkte ab. Belastend wirkte das Urteil eines Berufungsgerichtes, das die Erhebung von Zöllen durch das Weiße Haus für unrechtmäßig erklärt hatte. Präsident Trump will nun unverzüglich den Obersten Gerichtshof anrufen, um das Urteil zu kippen. Andernfalls hätten die USA den maximalen Schaden, nämlich alle Handelspartner verprellt, aber am Ende keine Zolleinnahmen und damit ein noch größeres Loch im Staatshaushalt. Auch Suchmaschinenriese Alphabet hat Gerichtstermine: Einem erstinstanzlichen Urteil zu Folge muss der Konzern die Daten von Google mit anderen Konkurrenten teilen, und Exklusivvereinbarungen mit Partnern werden untersagt. Nachbörslich reagierte die Aktie mit Gewinnen, da weitergehende Forderungen der Staatsanwaltschaft wie ein Verkauf von Chrome und Android vom Tisch sind.

Fed-Konjunkturbericht im Fokus
Heute können die Marktteilnehmer aus einer Rede von EZB-Chefin Christine Lagarde neue Schlüsse für die Zinsentwicklung im Euroraum ziehen. Ihre Kollegin Isabel Schnabel hatte sich gestern gegen eine weitere Zinssenkung ausgesprochen. Die Inflation im Euroraum war marginal auf 2,1 % gestiegen. Weiteren Aufschluss über den geldpolitischen Pfad der Fed erhoffen sich die Anleger von deren für den Abend avisierten Konjunkturbericht „Beige Book“. Am Nachmittag stehen zudem die Auftragseingänge der US-Industrie an. Die Richtung weisen wird allerdings erst der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

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