Berichtssaison in vollem Gange


Die Berichtssaison der Unternehmen läuft auf Hochtouren. Gestern berichteten 25 Index-Mitglieder aus dem S&P 500 sowie 32 Unternehmen aus dem Stoxx Europe 600. Dazu zählte auch das DAX-Schwergewicht Siemens, das nach guten Quartalszahlen die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr anhob. Die Siemens-Aktie stieg daraufhin um über 6 %, lag am Tagesende aber nur noch gut 1 % im Plus. Im Zuge schwächerer US-Börsen konnte auch der DAX den zwischenzeitlichen Sprung über die Marke von 25.000 nicht halten und schloss nahezu unverändert bei 24.853 Punkten. Der technologielastige US-Index Nasdaq litt gestern mit einem Minus von 2 % am stärksten unter aufkommenden Bewertungs-Sorgen rund um das Thema KI, was heute Morgen auch die Börsen in Asien belastete.
 

Alphabet zapft Anleihemärkte an


Das US-Schwergewicht Alphabet hatte bereits in der vergangenen Woche seine Quartalszahlen vorgelegt. Obwohl die Ergebnisse über den Erwartungen lagen, verlor die Aktie des Google-Mutterkonzerns seitdem. Grund waren hohe angekündigte Investitionen von bis zu 185 Mrd. USD im Zuge der KI-Offensive. Zur Finanzierung des enormen Volumens greift Alphabet verstärkt auf die Bondmärkte zurück. 
Allein in dieser Woche beschaffte sich der US-Konzern umgerechnet rund 32 Mrd. USD durch die Ausgabe neuer Anleihen. Auf eine Mega-Transaktion im US-Heimatmarkt über 20 Mrd. USD folgten Rekordausgaben in UK und der Schweiz: Mit 5,5 Mrd. GBP und 3,1 Mrd. CHF platzierte Alphabet in den beiden Währungsräumen die bisher mit Abstand größten Unternehmensanleihen-Transaktionen. Zu den Neuemissionen von Alphabet in britischem Pfund zählte auch eine Anleihe über 1 Mrd. GBP mit einer ultra-langen Laufzeit von 100 Jahren. Eine so lange Laufzeit von einem Technologie-Unternehmen hatte es zuletzt vor fast 30 Jahren gegeben (1997 vom US-Konzern Motorola). Die neuen Anleihen von Alphabet trafen in allen Währungen auf eine sehr hohe Nachfrage der Investoren und waren mehrfach überzeichnet. Für die am Montag begebenen 7 USD-Bonds über insgesamt 20 Mrd. USD gab es zwischenzeitlich Orders von über 100 Mrd. USD. Dies passt ins Bild der aktuell starken Nachfrage nach Unternehmensanleihen: Bei der Mega-Transaktion des US-Technologiekonzerns Oracle in der Vorwoche (8 neue Bonds über insgesamt 25 Mrd. USD) hatten Investoren ein Rekordvolumen von fast 130 Mrd. USD gezeichnet.
 

Heute US-Inflationsdaten im Fokus


Für den Euroraum wird heute die Handelsbilanz vom Dezember veröffentlicht sowie die zweite Schätzung zur BIP-Entwicklung in Q4/2025 (Erstschätzung: +0,3 % QoQ). Stärker im Fokus steht die Entwicklung der US-Konsumentenpreise. Die LBBW erwartet, dass diese im Januar gegenüber dem Vormonat erneut leicht angestiegen sind (im Dezember waren es +0,3 % im Monatsvergleich). Im Jahresvergleich könnten negative Basiseffekte allerdings dafür sorgen, dass die US-Kerninflation von 2,6 % auf 2,5 % sinkt, was den niedrigsten Wert seit Frühjahr 2021 darstellen würde. Am Wochenende geht es mit Weltpolitik weiter: Fast 50 Staats- und Regierungschefs treffen sich bei der 62. Münchner Sicherheitskonferenz.

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