Trump droht erneut mit Zöllen
Die gestrigen Aussagen von US-Präsident Donald Trump über neue Zölle dürften die Märkte weiter verunsichern. "Ich möchte viel höhere Zölle als die bisherigen 2,5 %", sagte Trump und kündigte zudem Abgaben auf im Ausland produzierte Halbleiter, Pharmazeutika und bestimmte Metalle an, um die Produktion im eigenen Land zu fördern. Der neue Finanzminister Bessent spricht von universellen Zöllen, die bis auf 20 Prozent steigen könnten.
ifo-Geschäftsklima signalisiert trotz Anstieg trübe Aussichten
Das gestern veröffentlichte ifo-Geschäftsklima ist im Januar von 84,7 auf 85,1 gestiegen. Die Lage-Einschätzung hat sich etwas verbessert, die Erwartungen haben sich nochmals leicht verschlechtert. Der Anstieg ist für sich genommen natürlich erfreulich. Allerdings war das zunächst nur ein kleiner Hüpfer bei der aktuellen Lageeinschätzung nach einem langen und tiefen Abstieg. Geholfen haben mutmaßlich für die Lage Vorzieheffekte für die Exporte in die USA - bevor die US-Zölle wirklich steigen -, zudem die sinkenden Leitzinsen sowie die Hoffnung, dass in Berlin demnächst eine handlungsfähige Regierung endlich Reformen und Entbürokratisierung liefert. Dass die Erwartungskomponente nochmals leicht gefallen ist zeigt jedoch, dass wir von einer Trendwende zum Besseren noch weit entfernt sind.
US-Konjunkturzahlen im Fokus
Auf dem ökonomischen Datenkalender stehen heute zwei Highlights aus den USA. Auf der Unternehmensseite wird der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter veröffentlicht. Auf der Verbraucherseite folgen die neuesten Zahlen zum US-Konsumentenvertrauen. Für beide Veröffentlichungen erwartet die LBBW eine Verbesserung zum Vormonat. Die Grundtendenz einer robusten US-Konjunktur dürfte sich damit weiter verfestigen - auch insbesondere nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Des Weiteren wird der Fokus der Marktteilnehmer in dieser Woche auf den Gewinnberichten von großen Technologieunternehmen wie Microsoft und Apple liegen. Die Aktien dieser Unternehmen notieren nahe ihrer Höchststände. Ob die bisherige Gewinndynamik aufrechterhalten werden kann, bleibt abzuwarten.