Deutschland ist auf dem besten Wege, das Sorgenkind Europas zu werden. Das offenbarte auch der gestern bekannt gegebene Ifo-Geschäftsklimaindex, der überraschend auf den tiefsten Stand seit November 2022 gefallen ist. Hauptverantwortlich hierfür waren die eingetrübten Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe, Dienstleistungen, Handel und auch im Baugewerbe. Vor diesem Hintergrund dürfte die größte Volkswirtschaft der Eurozone weiter zurückfallen und eine Konjunkturerholung rückt einstweilen in weite Ferne. Schon jetzt ist Deutschland die einzige große Ökonomie in Europa, die noch unter dem Vor-Corona-Niveau steht. Für Spanien, Italien und Frankreich hingegen rechnen Ökonomen in diesem Jahr mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt.
Für heute stehen die die Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauen des Conference Board auf der Agenda. Aufgrund der sinkenden Inflation und des robusten Arbeitsmarktes könnte sich die allgemeine Konsumentenstimmung aufhellen. Von der heutigen Schlussrede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf dem jährlichen Forum der Euro-Notenbank im portugiesischen Sintra werden neue Äußerungen um weiteren geltpolitischen Kurs der EZB erwartet.