Notenbanken (fast) wie erwartet
Nach dem Zinsentscheid der Fed am Mittwoch, der wie von Ökonomen prognostiziert ein Festhalten am derzeitigen Niveau zum Ausgang hatte, agierten gestern auch die Bank of England sowie die Schweizerische Notenbank gemäß den Erwartungen. Erstere beließ angesichts anhaltender Risiken beim Inflationsausblick den Leitzins bei 4,25 %. Mit dem gegensätzlichen Problem hat man hingegen in der Schweiz zu kämpfen. Dort drehte die Inflationsrate zuletzt sogar ins Negative, weswegen die Währungshüter sich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte entschieden. Damit liegt der Leitzins zum ersten Mal seit 2022 wieder bei null. Am falschen Fuß erwischt wurden Beobachter derweil von der Entscheidung der norwegischen Notenbank. Sie lockerte entgegen der allgemeinen Einschätzung erstmals seit Ende des Zinserhöhungszyklus Anfang 2024 ihre geldpolitischen Zügel. Trotz der robusten Wirtschaftsentwicklung sah man nun die Zeit für den ersten Zinsschritt gekommen. Dazu hat neben einem leicht nachlassenden Inflationsdruck wohl auch die Stärke der norwegischen Krone beigetragen. Sie legte gegenüber dem US-Dollar seit Jahresanfang um mehr als 13 % zu.
Eurozone bald mit neuem Mitglied
Einen erfreulichen Beschluss gab es gestern beim Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg. Nachdem bereits EU-Kommission und EZB grünes Licht gaben, stimmten sie ebenfalls dem Beitritt Bulgariens zur Eurozone am 1. Januar 2026 zu. Das Land hätte eigentlich bereits vor zwei Jahren aufgenommen werden sollen, aber die hohe Inflation als Folge von Pandemie und Russlands Angriffskrieg in der Ukraine widersprach den makroökonomischen Kriterien eines solchen.
An Terminen stehen heute unter anderem die Veröffentlichung des Wirtschaftsberichts der EZB sowie Daten zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone an.