Auch die EZB hat geliefert

Der gestrige Zinsentscheid der EZB war relativ unspektakulär. Eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte war unter den Analysten angesichts trüber Konjunkturaussichten und abnehmender Inflationssorgen bereits ausgemachte Sache gewesen. Nach der nunmehr vierten Senkung in diesem Jahr liegt der Einlagesatz bei 3,0 % - dieser Zinssatz gilt mittlerweile als Leitzins für den Euroraum. Im Mittelpunkt des Interesses standen daher die aktualisierten Wachstums- und Inflationsprojektionen sowie der Ausblick für 2027. Während die EZB im September noch ein Wachstum von 1,3 % bis 2025 prognostizierte, ist nunmehr ein Plus von 1,1 % zu erwarten. Für 2026 wird ein Plus von 1,4 % (bisher: 1,5 %) erwartet, für 2027 dann von 1,3 %. Die projizierte Erholung beruht hauptsächlich auf steigenden Realeinkommen - die den privaten Haushalten höhere Konsumausgaben ermöglichen sollten - sowie höheren Unternehmensinvestitionen. Diese leichten Abwärtsrevisionen nähren Hoffnungen auf weitere Lockerungen der geldpolitischen Zügel zur Stützung der Konjunktur in den kommenden Quartalen. Die Inflation dürfte bis 2027 ungefähr auf dem aktuellen Niveau nahe 2 % bleiben. Käme es so, dann wäre nicht mehr viel Luft für Zinssenkungen. Die nächste Zinssitzung der Währungshüter ist für den 30. Januar geplant. Die LBBW rechnet weiterhin mit einer erneuten Zinssenkung der EZB. Bereits vor dem EZB-Zinsentscheid haben die DAX-Anleger keine großen Engagements gewagt. Der deutsche Leitindex notierte auch danach kaum verändert bei 20.426 Zählern und lag damit knapp unter seinem jüngsten Rekordhoch von 20.462 Punkten. Der Euro Stoxx 50 ging ebenso minimal fester aus dem Handel. Während der Euro weiter an Boden verlor, rentierten die zehnjährigen Bundesanleihen bei 2,2 % und damit rund 10 Basispunkte höher als vor Bekanntgabe der Zinsentscheidung.

 

Deutsche Exportdaten im Fokus

Neben der Veröffentlichung der US-amerikanischen Importpreise und Daten zur Industrieproduktion im Euroraum fällt der Blick heute auch auf Großbritannien. Dort stehen das GfK Verbrauchervertrauen, die Industrieproduktion sowie die Entwicklung des monatlichen Bruttoinlandsprodukts auf der Agenda. Die Wirtschaft könnte im Oktober um 0,1 % gegenüber dem Vormonat gewachsen sein. In Deutschland dürften die Exporte im Oktober erneut gesunken sein. Die Konsensprognose beziffert einen Rückgang von 2,0 % im Vergleich zum Vormonat. Im September fielen die Ausfuhren bereits um 1,7 %.

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