Bei der gestern veröffentlichten vierteljährlichen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters korrigierten die befragten Analysten und Volkswirte ihre Erwartungen zum deutschen Wohnimmobilienmarkt nur geringfügig. Für 2024 erwarten sie im Median nun einen Preisrückgang von 1,4 % - ein kleinwenig optimistischer als vor drei Monaten. Für das kommende und das übernächste Jahr wird unverändert ein Preisanstieg von 2 % bzw. 3 % erwartet. Das deckt sich im Wesentlichen mit den Prognosen der LBBW und bedeutet also ein Ende des 2022 einsetzenden Preisrückgangs, allerdings ohne, dass der Markt in absehbarer Zeit zu alter Stärke zurückfindet.
In den USA hat sich der Anstieg der Wohnimmobilienpreise im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat von 5,9 % auf 5,1 % verlangsamt. Eine mangelnde Erschwinglichkeit von Wohneigentum ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA ein großes Thema. Der Verbraucherumfrage der Universität von Michigan zufolge bewerten die Haushalte die Bedingungen für einen Hauskauf derzeit so schlecht wie nie seit Beginn der Umfrage in den 1970er-Jahren.
Der Konjunkturdatenkalender hält heute nur Daten zum Geldmengenwachstum und zur Kreditvergabe im Euroraum bereit. Das angespannte Warten auf die Quartalszahlen und - vor allem - den Ausblick des IT-Giganten Nvidia schwebte in den vergangenen Tagen über den Aktienmärkten. Heute findet es nun ein Ende - allerdings erst nach US-Börsenschluss. Später am Abend wird sich dann noch Raphael Bostic von der regionalen Notenbank in Atlanta auf einer Veranstaltung zum Konjunkturausblick der USA äußern.