Nvidia verliert die Anlegergunst
Dabei waren die Vorgaben aus den USA gar nicht positiv ausgefallen: Nachbörslich hatte der Chip-Marktführer Nvidia zwar beeindruckende Zahlen und Wachstumsraten im Rahmen der Markterwartungen berichtet, aber sich für das laufende Geschäftsquartal vergleichsweise vorsichtig geäußert. Im vierten Geschäftsquartal soll dann die Produktion der neuesten Chipgeneration Fahrt aufnehmen. Diese Aussicht versöhnte die Händler zwischenzeitlich, doch schlussendlich setzte sich die Verkäuferseite durch, und Nvidia ging mit 6,4 % Verlust aus dem Handel. Das zog dann auch den S&P 500 und den Nasdaq-Index leicht ins Minus. Bemerkenswerterweise legte der stärker von klassischen Branchen geprägte Dow Jones Industrials um 0,6 % zu. Dieses Auseinanderlaufen zeigt, dass die extreme Polarisierung des Marktes auf wenige Titel einer ausgewogeneren Entwicklung zu weichen scheint, die wieder die Breite des Marktes erfasst. In das Bild passt eine positive Überraschung aus der US-Wirtschaft: Das BIP-Wachstum im zweiten Quartal wurde auf 3,0 % in der Jahresrate hochrevidiert.
Kamala Harris im Fernsehinterview
US-Vizepräsidentin gab gestern das erste TV-Interview seit ihrer Nominierung. Beobachtern zu Folge schlug sie sich anständig, blieb aber vage gerade in Bezug auf ihr Wirtschaftsprogramm. Die Wahl steht nach wie vor auf des Messers Schneide. Der Wahlkampf konzentriert sich auf die entscheidenden Staaten, daher wurde das Gespräch in einem Restaurant in Savannah / Georgia aufgezeichnet.
US-Preisdaten im Mittelpunkt
Zum Wochenausgang stehen wichtige Inflationszahlen auf der Börsenagenda. Die Verbraucherpreisinflation im Euroraum (HVPI) sollte weiter sinken, nach der gestrigen Überraschung in Deutschland könnte laut der LBBW-Schätzung von 2,3 % unterboten werden. Am Vormittag wird sich EZB-Direktorin Isabel Schnabel zur Geldpolitik äußern, die Geldhändler werden die Ohren spitzen. Am Nachmittag wird dann der PCE-Deflator veröffentlicht. Sollte das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß wie erwartet mit 2,7 % in der Kernrate herauskommen, wäre dies sicher eine weitere Bestätigung für die Fed, bald die Zinsen zu senken. Auf Basis der nachbörslichen Indikationen sah es so aus, als ob der DAX ein weiteres Rekordhoch aufstellen kann. Die Entwicklung im späten Handel und die ersten Indikationen sprechen eher dagegen.