Trotz der starken US-Daten drehten die Anleiherenditen gestern Nachmittag. Grund hierfür dürfte vor allem gewesen sein, dass die BIP-Daten einen überraschend geringen Preisanstieg im vierten Quartal ausweisen. Der mit Spannung erwartete Zinsentscheid der EZB brachte dagegen wenig Neues. Man fragt sich, warum sich EZB-Chefin Christine Lagarde in Davos aus dem Fenster gelehnt und für den Sommer eine Zinssenkung in Aussicht gestellt hat. Im Grunde wissen die Notenbanker nicht viel mehr als vor sechs Wochen. Eine schnelle Zinssenkung, dürfte erst einmal vom Tisch sein.
Heute Vormittag wird die EZB die Konsensprognosen der von ihren befragten Volkswirten zu Konjunktur und Inflation veröffentlichen. Daneben legen die Währungshüter des Euroraums Daten zur Entwicklung der Geldmenge und der Kreditvergabe vor. Sowohl die Geldmenge als auch die Kreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen schrumpfen derzeit infolge der geldpolitischen Straffung der EZB. Heute früh um 8:00 Uhr veröffentlicht die GfK die Ergebnisse ihrer jüngsten Umfrage zur Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland. Am Nachmittag folgen dann aus den USA "harte Konsumdaten" in Gestalt der persönlichen Ausgaben und der Preisdeflatoren für persönliche Konsumausgaben im Dezember. Deren Neuigkeitswert dürfte sich aber angesichts der gestern veröffentlichten BIP-Daten in Grenzen halten.