US-Berichtssaison in vollem Gange
Während die Berichtssaison in Europa langsam hochfährt (gestern berichteten acht Unternehmen aus dem STOXX Europe 600), läuft diese in Übersee bereits auf Hochtouren: Gestern veröffentlichten 25 der im S&P 500 gelisteten Aktiengesellschaften ihre Quartalszahlen. Dazu zählten auch die hierzulande sehr bekannten Groß-Konzerne Coca-Cola, General Motors (GM) und Netflix. Beim Streaming-Anbieter Netflix belastete ein Steuerstreit in Brasilien den Gewinn, die Aktie sank nachbörslich um gut 6 %. Beim US-Autobauer GM gab es dagegen ein kräftiges Kursplus von zwischenzeitlich rund 8 %, da die Belastungen durch US-Importzölle etwas geringer als befürchtet ausfallen sollen ("nur" bis zu 4,5 Mrd. USD statt bis zu 5,0 Mrd. USD). Heute startet SAP als erstes DAX-Mitglied in die Berichtssaison, hinzu kommen weitere 16 Unternehmen aus dem STOXX Europe 600. Aus dem S&P 500 gibt es sogar 27 Quartalsberichte, u.a. von AT&T und Tesla.
Ruhe vor der Makro-Datenflut
Der aktuelle Fokus auf die Unternehmen fällt leicht, denn seitens der Makro-Daten blieb es ruhig. So wie gestern stehen auch heute keine relevanten, d.h. potenziell marktbewegenden Veröffentlichungen auf der Tagesordnung. Zum Wochenschluss folgen dafür umso mehr Daten, u.a. zu Einkaufsmanager-Indizes für Europa und zur Entwicklung der Konsumentenpreise in den USA. An den Märkten blieb es dementsprechend ruhig, die Aktienindizes bewegten sich in einer geringen Bandbreite und schlossen kaum verändert. Auch die Anleihe-Renditen notierten in etwa auf dem Niveau vom Vortag. Eine größere Bewegung gab es dagegen beim Gold: Nach den extremen Anstiegen auf immer neue Rekordniveaus sank der Goldpreis gestern um mehr als 200 USD, der größte Tagesverlust seit über zehn Jahren. Mit aktuell 4.135 USD behauptete sich das Edelmetall am heutigen Morgen über der Marke von 4.000 USD.
Corporates Renditen sehr stabil
Die Index-Rendite von Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings zeigt sich weiterhin sehr stabil: Seit Jahresanfang bewegte sie sich in einer erstaunlich geringen Bandbreite zwischen 3,2 % und 3,6 % und liegt aktuell mit 3,2 % an ihrem Jahrestief. Dies resultiert aus einer starken Nachfrage von Investoren. Dementsprechend sind die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen gegenüber Bundesanleihen in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Mit aktuell rund 80 Basispunkten ist der Risikoaufschlag beim IG-Index so niedrig wie fast noch nie in den vergangenen zehn Jahren - nur Anfang 2018 war die Risikoprämie kurzzeitig noch geringer. Das passt zur Risk-on Stimmung der Aktienmärkte, die in diesem Jahr immer neue Höchstmarken erreicht haben. Damit steigt die Gefahr für Rückschläge. Immerhin hat sich die fundamentale Situation der Unternehmen in Summe aber auch verbessert. Das zeigt die Analyse von Ratingveränderungen für europäische Unternehmen: In diesem Jahr stuften die Ratingagenturen deutlich mehr Bonitätsnoten herauf als herab. Bei den im Investmentgrade eingestuften Unternehmen erreichte die Anzahl der Rating-Verbesserungen sogar das Vierfache gegenüber den Rating-Herabstufungen.