Die Zinsentscheidung der Fed ist nach Meinung der LBBW ungeachtet des bereits eingetüteten "Haltens" kein "Non-Event". So spielt die Wortwahl der Währungshüter eine wichtige Rolle, was die Beurteilung des künftigen geldpolitischen Kurses angeht. Dies gilt sowohl für die geldpolitische Lageeinschätzung als auch für die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Powell. Die Summe der seit Anfang Mai veröffentlichten US-Makrodaten spielt nach LBBW  Research tendenziell den geldpolitischen Tauben in die Karten. Daran dürften auch die heutigen Daten zur Inflation in den USA für Mai nichts ändern, die sozusagen den Währungshütern "zur Türe reingereicht" werden. Die LBBW erwartet etwas weniger Inflation als zuletzt, aber mit einem monatlichen Anstieg um 0,2 % in der Headline bzw. um 0,3 % in der Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie dürfte trotzdem noch genügend Druck in der Preispipeline sein.

Die Sorgen der US-Notenbank hätte man in China vielleicht gerne. Die Inflation im Reich der Mitte lag im Mai ebenfalls bei 0,3 % - im Jahr! Nach Angaben von Beobachtern zeigen die heute Nacht veröffentlichten Zahlen zu den Verbraucherpreisen anhaltende Deflationsrisiken und spiegeln mithin die verhaltene Konjunktur wider.

Die Wahl zum EU-Parlament zieht Kreise bis in die Finanzmärkte. Die Entscheidung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, aufgrund des desolaten Abschneidens seiner Regierungspartei das Parlament aufzulösen und kurzfristig Neuwahlen anzusetzen, hat die Märkte verunsichert. Die Spreads für französische Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen zogen seither für die 10-jährigen Restlaufzeiten um 12 Basispunkte auf aktuell 62 Basispunkte an. Zugelegt haben parallel hierzu auch die Zinsaufschläge für italienische Staatsanleihen, obgleich die Partei der Regierungschefin Giorgia Meloni die EU-Wahlen klar für sich entschied.

 

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