Fed dürfte die Füße stillhalten

Bevor sich am morgigen Tag die EZB zu ihrer ersten turnusmäßigen Sitzung im neuen Jahr trifft, steht für heute erst noch der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda. Die jüngsten Äußerungen führender Fed-Vertreter sowie das Protokoll zur Dezember-Sitzung deuten dabei klar auf eine Zinspause hin. Die Wahrscheinlichkeit, dass das US-Leitzinsniveau zunächst unverändert bleibt, wird an den Terminmärken daher mit ca. 98 % taxiert. Spannend dürfte jedoch die Frage sein, ob Fed-Chef Jerome Powell die Tür für eine erneute Zinssenkung auf der März-Sitzung offenhält, oder ob er bereits schon heute Abend eine längere Zinssenkungspause andeutet. Beides, eine abwartende Haltung der Fed heute, und noch viel mehr die Andeutung einer längeren Zinspause, würden US-Präsident Donald Trump mit Sicherheit erzürnen. Schließlich forderte dieser im Rahmen des Davoser Weltwirtschaftsgipfels in der vergangenen Woche per Videoschalte, dass die Zinsen sofort sinken müssen. Falls sich die US-Währungshüter dieser Forderung verweigern, könnte an den Märkten daher die Diskussion aufkommen, ob es Trump theoretisch möglich wäre, Powell zu entlassen. Über kurz oder lang stellt sich die Frage der Unabhängigkeit der Fed ohnehin. Trump erklärte schließlich bereits, dass er Powell nach Ablauf seiner Amtszeit, welche am 15. Mai 2026 endet, nicht erneut nominieren, sondern durch eine hierfür geeignetere Person ersetzen werde.

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