Bislang schätzt die Agentur Moody's Frankreichs Bonität mit Aa2 einen Notch höher ein als die Konkurrenten S&P und Fitch. Nach dem Wahlsieg des Linksbündnisses dürfte die staatliche Haushaltsdisziplin in Paris jedoch leiden, weshalb eine Herabstufung wahrscheinlicher werde, war von der Agentur zu hören. Bis in Paris eine neue Regierung steht, wird aber wohl noch einiges Wasser die Seine herabfließen. Das Linksbündnis unter Führung der LFI beansprucht zwar das Palais Matignon für sich, beharrt aber auf seinem unrealistischen Regierungsprogramm. Hierfür wird sich in der Nationalversammlung jedoch keine Mehrheit finden. Trotz seiner Sitzverluste hält der zentristische Block damit weiterhin den Schlüssel zur Regierungsbildung in der Hand.
Der Konjunkturkalender ist heute wie schon gestern dünn bestückt. Der Stimmungsindex für den US-Mittelstand verbesserte sich am Dienstag um einen Zähler auf 91,5 Punkte. Ob sich hierin Hoffnungen auf einen Wahlsieg Donald Trumps widerspiegeln, sei dahingestellt. Amtsinhaber Joe Biden zeigte sich auf dem NATO-Gipfel zwar halbwegs in Form, in seiner Partei wird jedoch intensiv diskutiert, ob er als Kandidat weiter unterstützt werden soll. Noch halten die Spitzen der Kongress-Demokraten an ihm fest, auf den internen Meetings scheint die Stimmung aber gespalten. Die New York Times schob einen weiteren Leitartikel nach, in welchem sie zum Austausch des Kandidaten aufrief. Auf dem NATO-Gipfel selbst finden heute zahlreiche Arbeitssitzungen statt, im Mittelpunkt steht natürlich die weitere Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression. Moskau hatte im Vorfeld mit dem Raketenangriff auf das Kinderkrankenhaus in Kyjiw seine Haltung unterstrichen. Für Diskussionsstoff an den Börsen dürfte heute die Entwicklung bei Volkswagen sorgen. Der Konzern kappte seine Prognose und stellt das Werk in Brüssel auf den Prüfstand.