Die chinesische Notenbank reagierte gestern mit einer Zinssenkung auf diese Malaise. Sie senkte unerwartet den einjährigen Zinssatz für Kredite an Banken (MLF) um 15 Basispunkte auf 2,5%. Auch in Russland wurde gestern nach einer Krisensitzung an der Zinsschraube gedreht, allerdings in die andere Richtung: Die russische Notenbank hob die Leitzinsen von 8,5% auf 12,0% an, um die Rubel-Schwäche zu bekämpfen. Auch dieser Schritt kam zu diesem Zeitpunkt unerwartet, zumal die nächste turnusmäßige Sitzung erst im September anberaumt war.  

Die US-Einzelhandelsumsätze legten im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,7% zu, deutlich stärker als zuvor erwartet worden war (+0,4%). Die starken US-Einzelhandelsumsätze im Juli schürten Zinssorgen; die Renditen 10jähriger US-Treasuries erreichten im Tagesverlauf den höchsten Stand seit zehn Monaten. In Kombination mit dem skizzierten negativen Newsflow aus dem Reich der Mitte ergab dies starken Gegenwind für die Aktienmärkte rund um den Globus. Der S&P 500 gab um 1,1% nach, der DAX schloss um 0,9% im Minus. Auch die asiatischen Börsenplätze tendierten heute früh schwächer. Es gibt weiterhin genug zu verdauen für die Akteure an den Finanzmärkten. Heute Abend kommt das Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank hinzu.
 

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