Gestern Nachmittag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium den Konsumentenpreisindex für November. Die Konsumentenpreise in den USA sind im November 2023 um 3,1 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr angestiegen. Im Vergleich zum Vormonat betrug der Anstieg der Preise nur noch 0,1 %. Die US-Inflationsrate ist damit weiter rückläufig, einzig die Kosten für das Wohnen sorgen noch für nennenswerten Preisaufwärtsdruck. Die ohne die Kosten für das Wohnen berechnete Teuerungsrate belief sich im November 2023 auf nur noch 1,4 %. Nach dieser Messzahl wäre das Inflationsziel der US-Notenbank von 2 % längst erreicht. Nach der Prognose der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird sich die allgemeine Inflationsrate im zweiten Halbjahr 2024 der 2 %-Marke annähern. Vor diesem Hintergrund dürfte die US-Notenbank im Sommer 2024 eine Zinssenkungsphase einläuten.
Heute wird die US-Notenbank (Fed) zu ihrer letzten Sitzung des Jahres zusammenkommen, und die gestern veröffentlichten Zahlen werden ein Schlüsselfaktor für die Entscheidungen sein, die sie treffen werden. Die New York Times hat gestern berichtet, dass es erwartet werde, dass die Fed ihren Leitzins unverändert lasse, aber es sei ungewiss, was dann komme. Morgen tagen die EZB und die Bank of England. Laut einem Bericht der New York Times wird erwartet, dass beide Banken ihre Zinssätze beibehalten werden.
Der gestern veröffentlichte ZEW-Index zeigt den fünften Anstieg in Folge. Die deutsche Wirtschaft hat wohl ihre Talsohle erreicht. Ungeachtet des anhaltenden Trends beim ZEW-Index nach oben sind die sich andeutenden Auftriebskräfte für die deutsche Wirtschaft aber noch immer sehr schwach und fragil. Zum Ersten dürfte der Anstieg der Erwartungen nicht zuletzt ein Spiegelbild des aktuellen Finanzmarktoptimismus' bezüglich künftiger Zinssenkungen der EZB sein. Zum Zweiten ist die Lageeinschätzung weiterhin tief im Keller, was ein hohes Maß an kurzfristigem ökonomischem Pessimismus ausdrückt. Immerhin: Mit den gestrigen Daten stehen die Chancen gut, dass das ifo-Geschäftsklima für Dezember (Veröffentlichung am 18.12.) ebenfalls abermals leicht nach oben zeigen wird. Per Saldo erwartet die LBBW für die deutsche Konjunktur nach einer leichten Rezession in diesem Jahr (BIP -0,2 %) nur ein minimales Plus von 0,3 % im nächsten Jahr.