Handelsstreit führt zu Vorzieheffekt
Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Staaten ist indes überraschend angestiegen. Der Indikator kletterte von 50,6 Punkten im April auf 52,1 Punkte im Mai. Dieser Anstieg ist jedoch aus zwei Gründen zu relativieren. Zum Ersten folgt der Anstieg im Mai auf das Tief im April. Zum Zweiten haben Unternehmen aus Sorge über Störungen in der Lieferkette und vor steigenden Preisen infolge von Zollerhöhungen ihre Lagerbestände aufgestockt wie noch nie in der 18-jährigen Geschichte der Erhebung. Derweil hat Fed-Gouverneur Christopher Waller die Tür für US-Leitzinssenkungen geöffnet. Sollten sich die US-Einfuhrzölle der Marke von 10 % annähern, sei die US-Notenbank in einer guten Position, um ihre Leitzinsen in der zweiten Jahreshälfte zu senken. Da zuvor jedoch der von US-Präsident Donald Trump "One Big Beautiful Bill Act" genannte Gesetzesentwurf mit knapper Mehrheit durch das US-Repräsentantenhaus ging, veränderten sich die Renditen von langlaufenden US-Staatsanleihen trotz der Hinweise auf Zinssenkungen nicht. Nach Berechnungen des Haushaltsbüros des US-Kongresses würde das Inkrafttreten des Gesetzespaketes die US-Staatsverschuldung über einen Zeitraum von knapp 10 Jahren um 3,8 Billionen US-Dollar in die Höhe treiben. Nun berät der US-Senat über den Gesetzesentwurf.
Tariflohnindikator auf der Agenda
Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge steht heute die Veröffentlichung des EZB-Tariflohnindikators auf der Agenda. Nach Schätzung der LBBW wird der Indikator von 4,1 % im Schlußquartal 2025 auf 3,5 % im ersten Quartal 2025 fallen. Eine Bewahrheitung dieser Schätzung wäre Rückenwind für die EZB-Leitzinsprognose der Landesbank aus Baden-Württemberg. Sie erwarten, dass die Notenbanker im Frankfurter Skytower im Verlauf dieses Jahres ihre Schlüsselzinsen noch zweimal um jeweils einen Viertelprozentpunkt senken werden. Eine Leitzinssenkung auf der Gremiensitzung im Juni gilt dabei als sehr wahrscheinlich.