Kupfermarkt unter Druck - US-Zölle greifen nur begrenzt

Anfang Juli kündigte US-Präsident Donald Trump einen Zoll von 50% auf Kupferimporte ab 1. August an. Bereits im Vorfeld sorgte dies für starke Vorzieheffekte: Die US-Nachfrage nach Kupfer stieg, Lager wurden gefüllt, die Preise kletterten auf Rekordniveau, während sie international nachgaben. Mit der offiziellen Unterzeichnung der Zollverordnung folgte die Ernüchterung: Der 50%-Zoll betrifft lediglich Halbfertigprodukte wie Drähte und Rohre, die weniger als 10 % der US-Kupfernachfrage abdecken. Raffiniertes Kupfer, das etwa 50 % des Verbrauchs ausmacht, sowie Kupferkonzentrate bleiben außen vor. Prompt brachen die US-Kupferpreise an einem Tag um bis zu 22 % ein und sorgte für eine Preisangleichung zwischen der US-Börse Comex und der London Metal Exchange (LME). Kurzfristig bleibt der Druck bestehen, solange Vorratskäufe ausbleiben und Lagerbestände auf den Weltmarkt zurückfließen. Mittel- bis langfristig dürfte jedoch die wachsende globale Nachfrage, insbesondere durch Rechenzentren und Energiewende, dem Kupfermarkt Unterstützung geben. Gestern wurde eine Tonne Kupfer an der LME 87 USD höher bei 9.622 USD gehandelt.

 

Heute im Fokus

Heute um 9:55 Uhr standen die finalen Daten für den PMI Dienstleistungen im Juli auf der Agenda. Bereits in der Erstschätzung kletterte das Konjunkturbarometer von 49,7 im Juni auf 50,1 im Juli und markierte damit ein Vier Monats Hoch. Mit dem Sprung über die Schwelle von 50 Punkten signalisiert der Index, dass der Dienstleistungssektor die Schrumpfungsphase hinter sich gelassen hat und sich nun auf einen leichten Wachstumskurs begibt. Die Talsohle scheint damit durchschritten. Für den Euroraum wurde die Erstschätzung des entsprechenden Indikators (Veröffentlichung heute um 10:00 Uhr) mit 51,2 angegeben, was einem Anstieg von 0,7 Punkten gegenüber dem Juni-Wert entspricht. Aus den USA erwarten die Märkte um 14:30 Uhr die Veröffentlichung der Handelsbilanzdaten für Juni. Experten rechnen mit einer leichten Verringerung des Defizits auf rund -70 Mrd. USD. Um 16:00 Uhr folgt dann der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Juli. Nach einem Wert von 50,8 im Vormonat wird mit einem Anstieg auf 52 Punkte gerechnet.

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