Zollpläne belasten Stimmung in der Chemieindustrie
Im globalen Wettbewerb steckt die chemische Industrie aufgrund hoher Energiepreise, schwacher Nachfrage, zunehmender Handelsbarrieren sowie bürokratischer Hürden weiterhin in einer Krise. Die bereits schlechte Stimmung in der deutschen Chemieindustrie verschlechterte sich im Februar insbesondere wegen drohender US-Zölle. Das Geschäftsklima in der Chemiebranche fiel von minus 14,8 Zählern auf minus 18,2 Punkte, wie das Ifo-Institut gestern zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Während sich die Geschäftslage im negativen Bereich etwas verbesserte, fielen die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich pessimistischer aus als zuvor. Der Subindikator rutschte von -12 auf -23,3 Punkte. Da die Chemieindustrie neben den Auto- und Maschinenbauern zu den besonders exportstarken deutschen Branchen zählt, dürften die Zollpläne von Donald Trump vor allem das Exportgeschäft belasten. Die Exporterwartungen rutschten wieder in den negativen Bereich, nachdem sie drei Monate im positiven Terrain notierten. Gleichzeitig bewerten die Unternehmen ihren Auftragsbestand weiterhin als äußerst niedrig - das entsprechende Barometer notiert so tief wie im ersten Pandemiejahr. Angesichts dieser Belastungen planen die Unternehmen, ihre Produktion zu senken - und weiter Personal abzubauen.