In Japan hat sich die Stimmung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes gemäß einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters im Februar abermals verschlechtert. Erstmals seit zehn Monaten übertrifft die Anzahl der Pessimisten wieder die Anzahl der Optimisten. Im Dienstleistungssektor überwiegt zwar noch die Anzahl der Optimisten, aber auch hier war eine Eintrübung der Stimmung zu beklagen. Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2023 überraschend in eine Rezession abgeglitten. Die Wirtschaftsleistung ging mit einer Veränderungsrate von 0,1 % gegenüber dem Vorquartal zurück, nach einem Minus von 0,8 % im dritten Quartal 2023. Vor diesem Hintergrund spricht die japanische Regierung nun davon, dass die Wirtschaft eine Pause eingelegt habe. Zuvor hieß es noch, die Erholung setze sich mit moderatem Tempo fort. Nach der Prognose der LBBW wird die gesamtwirtschaftliche Leistung im laufenden Jahr lediglich mit einer Rate von 0,6 % zulegen. Gleichwohl wird die japanische Zentralbank nach der Einschätzung der LBBW ihre Politik der Negativzinsen in der ersten Hälfte dieses Jahres aufgeben. Da die Abkehr von den Negativzinsen jedoch bislang ausgeblieben ist, verlor der Yen gegenüber dem Euro an Wert. Dies hatte zur Folge gehabt, dass Deutschland nach den USA und China wieder zur drittgrößten Wirtschaftsnation aufgestiegen ist, und dies trotz der anhaltenden Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung.

An den Aktienmärkten zeigt sich gestern und heute Morgen ein Zusammenspiel zwischen Ost und West. Das Aktienbarometer Nikkei 225 in Japan kratzt an seinen Allzeithoch. Dies ist zum Teil eine Folge des US-Konzernes Nvidia veröffentlichten Top-Zahlen, welche auch für japanische Tech-Aktien Fantasie entfachten. Eine andere Geschichte ereignete sich auf den britischen Finanzmärkten, wo gestern die Kurse der HSBC-Aktien im Londoner Handel um knapp 9 % gegenüber dem Eröffnungskurs fielen. Dies ist das Ergebnis der schwächer als erwartet Q4-Ergebnisse der Bank. Eine Abschreibung auf eine Investition in China trug wesentlich zu dieser schwachen Performance bei.

Swati Dhingra, Mitglied des Geldpolitischen Rates der Bank of England (BoE), warnte gestern davor, eine Leitzinssenkung solange zu verschieben, bis auch nachlaufende Indikatoren einen starken Fall des inländischen Preisaufwärtsdruck anzeigten. Eine derartige Strategie ginge mit Kosten einher, nämlich dem Ausbleiben einer Verbesserung des Lebensstandards und dem Risiko geringerer Produktionskapazitäten. Die als Taube geltende Geldpolitikerin empfahl die Beobachtung der Entwicklung der Produzentenpreise. Deren Entwicklung lasse in Zukunft niedrige Inflationsraten auch auf Ebene der Endverbraucher erwarten. Swati Dhingra votierte bereits auf der jüngsten Sitzung des Geldpolitischen Rates für eine Leitzinssenkung. Damit stand die Volkswirtschaftsprofessorin jedoch allein auf weiter Flur. Die anderen Ratsmitglieder stimmten entweder für eine Beibehaltung oder eine Anhebung des Leitzinses. Die Bank of England wird nach der Prognose der LBBW auf ihrer Sitzung im Juni dieses Jahres eine Zinssenkungsphase einläuten.
 

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