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Bitcoin: Eine Hochspekulative Anlageoption

Bitcoin hat das Jahr 2020 mit einem Plus von rund 300 % beendet. Auch der Start ins neue Jahr verlief fulminant. Als ein Grund hierfür wird immer wieder eine Art Ritterschlag durch Pay-Pal genannt, denn der Bezahldienst will es seinen Kunden ermöglichen, mit Kryptowährungen zu bezahlen. Des Weiteren könnte das steigende Interesse auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein: Aufgrund der weltweit extrem lockeren Geldpolitik und der immensen Staatshilfen dürften sich Anleger in ihrer kritischen Haltung gegenüber traditionellen Währungen bestätigt sehen. Nicht zuletzt wächst die Akzeptanz bei großen Finanzinstitutionen.


Wie funktioniert Bitcoin?

Bitcoin basiert auf der Blockchain-Technologie. Blockchain bezeichnet dabei ein modernes, automatisiertes Datenbankmanagementsystem. Hierbei werden die gewünschten Informationen wie Verträge, Testamente oder eben Finanztransaktionen in Blöcken abgelegt. Diese werden dann von Großrechnern im Netzwerk – den sogenannten „Minern“, die Bitcoin quasi wie in einer Mine „schürfen“ – zunächst verifiziert und danach kryptografisch verschlüsselt an eine Kette von Datensätzen bzw. Blöcken angehängt. Die Miner erhalten als Entlohnung für diese Verifikationen eine Transaktionsgebühr und Bitcoin. Als Ergebnis dieser Arbeit entsteht eine Vielzahl von einzigartigen Blöcken mit Historien, die für jeden nachvollziehbar sind. Entsprechend kann die Blockchain auch als Verzeichnis interpretiert werden, in dem sich aktuelle und vergangene digitale Transaktionen verlässlich nachprüfen lassen. Die Kette an Datensätzen wird dabei ständig um neue Glieder linear erweitert. Da die Blockchain-Technologie zur Klasse der Distributed-Ledger-Technologien zählt, bei denen Daten im Netz dezentral verteilt werden, ist sie schwieriger anzugreifen oder zu manipulieren als eine zentrale Datenbank. Weil man außerdem die Daten aufgrund ihrer kryptografischen Verschlüsselung sehr sicher im Netz verteilen kann, verspricht die Blockchain quasi das Buchhaltungssystem des 21. Jahrhunderts zu werden. Darüber hinaus bietet Blockchain noch weitreichendes Anwendungspotenzial in der Industrie, im Handel und in der Verwaltung. So können beispielsweise Transaktionen über die Blockchain ohne Finanzintermediäre durchgeführt werden und daher zu erheblich geringeren Transaktionskosten führen.

In Kürze:

  • Bitcoin hat aufgrund seiner Kursrally und durch den Bezahldienst Paypal viel Aufmerksamkeit erlangt
  • Bitcoin ist weder Geld noch Wertpapier noch Rohstoff
  • Eine Investition in Bitcoin ist eine hochspekulative Anlage

Bitcoin ist kein Geld

Bitcoin weist zwar Eigenschaften von Geld auf, erfüllt aber die zentralen Funktionen des Geldes – nämlich die Zahlungsmittel-, die Wertaufbewahrungs- und Recheneinheitsfunktion in einer Volkswirtschaft nicht. Der Bitcoin stellt kein Schuldpapier dar, wie es bei Zentralbankgeld der Fall ist. Der Preis ist allein durch die Nachfrage getrieben und diese hat zumeist lediglich spekulativen Charakter. Geldcharakter kann Bitcoin aber in solchen Staaten erlangen, in denen die Zentralbanken ihrer Verantwortung für die Preisstabilität nicht gerecht werden. Dadurch herrscht in solchen Ländern wie etwa in Zimbabwe oder Venezuela ein tiefes Misstrauen der Anleger gegenüber den Zentralbanken vor.

Bitcoin ist kein Rohstoff

Durch das Mining bzw. den dadurch anfallenden Aufwand könnte man einen gewissen Charakter ableiten. Damit hört es aber auch schon auf, denn im Gegensatz zu Rohstoffen kann man mit Bitcoin nichts herstellen. Zudem hat Bitcoin keinen intrinsischen, also inneren oder fairen Wert. Vielmehr ist die Kryptowährung lediglich ein Eintrag in einem digitalen Register.

Bitcoin ist kein Wertpapier

Während man beispielsweise beim Kauf einer Aktie einen kleinen Anteil am Unternehmen erwirbt und dank dieser Beteiligung in der Regel eine Dividendenzahlung erhält, sind bei Investitionen in Bitcoin keine Ausschüttungen zu erwarten. Einen fundamental gerechtfertigten Wert zu bestimmen ist möglich.

Fazit: Bitcoin als neue spekulative Assetklasse

Bitcoin ist der Platzhirsch im Universum der Krypto-Assets und bildet zusammen mit anderen Krypto-Tokens eine neue Assetklasse, die auch zukünftig Bestand haben wird. Die Anlageklasse der Kryptowährungen bleibt trotz eines hohen Renditepotenzials nach wie vor hochspekulativ, weshalb seitens der Hypo Vorarlberg von einer Investition dringend abgeraten wird.