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Corona: Mühlstein der Weltwirtschaft

Im Zuge der Covid-19-Pandemie ist die Weltwirtschaft in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen. Betroffen sind sowohl die Industrie- als auch die Schwellenländer. Die Produktion dürfte im Jahr 2020 global um rund 4 % eingebrochen sein. Große Teile des Dienstleistungssektors bleiben wohl zunächst stark unter Druck.

Einbruch der Weltwirtschaft ohne Beispiel

Das Produktionsniveau der Welt sehen LBBW-Analysten erst spät im Jahr 2021 wieder auf einem Niveau wie unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie. In vielen Ländern werden sich die Menschen sogar bis 2022 gedulden müssen. In den Vereinigten Staaten verlief der wirtschaftliche Einbruch im zu Ende gehenden Jahr unterm Strich moderater als in manch anderem Industrieland. Der Euroraum kämpft diese Tage gegen eine zweite Infektionswelle. Nach einem Absturz der Wirtschaftstätigkeit 2020 um 9 % sollte diese im kommenden Jahr um 4,5 % zulegen. China, Ursprungsland der Pandemie, mag mit Hilfe kräftiger staatlicher Unterstützung 2021 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um rund 7,5 % zuwege bringen. Japan wies schon vor der Corona-Krise eine latente Wachstumsschwäche auf, die primär demografiebedingt anhalten dürfte.

Wirtschaftspolitik am Anschlag

Europa hat einen milliardenschweren „Wiederaufbaufonds“ aus der Taufe gehoben. Auch bleibt die Geldpolitik der USA und der EU sehr expansiv. Die Folge der staatlichen Ausgabenprogramme ist eine anziehende Staatsverschuldung. Tragen kann die Gesellschaft diese Last insbesondere deswegen, weil das derzeit vorherrschende Umfeld von Mini- und Minuszinsen aller Voraussicht nach Bestand haben wird. Die Inflation zeigt sich dabei, wenn überhaupt nur verhalten. Selbst wenn die Inflation eines Tages wieder anspringen sollte, wollen die US-Geldpolitiker gemäß ihrem jüngsten Strategieschwenk nicht gleich mit Leitzinserhöhungen antworten, sondern länger zuwarten. Die EZB zeigt Sympathie für einen solchen Ansatz.