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Die zweite Welle und ihre Auswirkungen

Nach dem coronabedingten wirtschaftlichen Stillstand im Frühjahr gelang über den Sommer hinweg sowohl ein Zurückdrängen des Virus als auch eine wirtschaftliche Erholung. Mit den steigenden Neuinfektionszahlen in der kälteren Jahreszeit und wieder verstärkten Einschränkungen stellt sich nun die Frage, wie stark sich diese zweite Welle auf die wirtschaftliche Aktivität auswirken wird.

Frühindikatoren deutlich erholt

Im Frühjahr hatte der Ausbruch des Corona-Virus und der damit verbundene Lockdown zu einem drastischen konjunkturellen Einbruch geführt, im Zuge der Lockerungsmaßnahmen gelang allerdings in vielen Bereichen eine unerwartet schnelle Erholung. Deutlich wird dies bei Betrachtung der Einkaufsmanager-Indizes, die nach einem historisch beispiellosen Absturz inzwischen eine V-förmige Bewegung zeigen. Allerdings vollzog sich diese Verbesserung zuletzt nicht homogen über alle Bereiche: Während die Industrie bereits wieder ansprechende Wachstumsraten verzeichnet und die Produktionseinbußen weitgehend aufholen konnte, sind im Dienstleistungsbereich noch deutliche Belastungen spürbar. Insbesondere die steigenden Neuinfektionen haben hier zu einer erneuten Stimmungseintrübung geführt.

Vor-Krisen-Niveau wird 2021 noch nicht erreicht

Quer durch Europa nehmen die Einschränkungen inzwischen Lockdown-ähnliche Ausmaße an. Hierdurch steigt die Sorge vor einem fortgesetzten konjunkturellen Einbruch. Allerdings ist der politische Wille deutlich spürbar, die Wirtschaft soweit wie möglich zu schonen. So muss nach jetzigem Kenntnisstand nicht von flächendeckenden Lockdowns wie im Frühjahr ausgegangen werden, sondern eher von lokal begrenzten Einschränkungen und Maßnahmen. Dementsprechend sollten auch die negativen Auswirkungen deutlich geringer ausfallen als in der ersten Jahreshälfte. Die wirtschaftliche Erholung sollte sich somit auch im 4. Quartal in der Tendenz fortsetzen, allerdings etwas an Schwung verlieren. Auf Gesamtjahresebene dürften die Wachstumsraten 2021 somit zwar hoch ausfallen, aber dennoch nicht ausreichen, um den dramatischen Einbruch des laufenden Jahres vollständig aufzuholen.