Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

09.04.2021
Risikospreads für Corporate Bonds sinken auf Jahrestief

Der US-Arbeitsmarkt entwickelte sich im März erfreulich. Auch wenn die gestern veröffentlichen Zahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe höher als erwartet ausfielen. Im Windschatten dieser positiven Nachrichten sehen wir die US-Aktienmärkte auch weiterhin im Aufwärtstrend. Blicken wir auf den hiesigen Kontinent, dann beobachten wir, wie die erwarteten Industrieaufträge in Deutschland mit +1,2% im Februarmonat zulegten. In der Eurozone steigen überdies die Produktionspreise gesamthaft an. In China stiegen selbige sogar um 4,4% (und übertrafen damit die Erwartungen der Analysten deutlich um 0,8%). Hierdurch entwickelten sich die Renditen der Unternehmensanleihen, besonders im Hochzinsbereich, durch sinkende Risikospreads positiv (neues Jahrestief). Kurz: Die Konjunktur scheint sich weiter zu erholen.

Das Zinsumfeld für Unternehmensanleihen aus Anlegersicht ist so oder so ein gutes im Augenblick. Es ergeben sich viele neue Gelegenheiten aufgrund des emissionsstarken Monats März. Das Neuemissionsvolumen ist im Jahresvergleich (Basis März) um +8% gestiegen. Zu beobachten ist in diesem Zuge auch der anhaltende Trend zu Green Bonds. Allein vergangenen Monat wurden von Unternehmerseite her 21 neue Green Bonds emittiert.

08.04.2021
Grundstimmung wieder positiv

Lokale Konflikte beginnen traurige Abwechslung in den Strom aus von Corona dominierten Nachrichten zu bringen. Angefangen bei den Protesten gegen die Militärmachthaber in Myanmar, über Russlands Aufmarsch an der Grenze zur Ukraine, Kämpfe in der sudanesischen Unruheregion Darfur oder wie jüngst die wachsende militärische Präsenz Chinas in der Nähe von Taiwan. Im letzten Fall meldete gestern Taiwans Regierung den Eintritt von 15 chinesischen Kampfflugzeugen in die taiwanesische Luftraumüberwachungszone. Das Konfliktpotential ist dabei groß, da die Regierung in Taipeh fest entschlossen ist, sich im Falle eines Angriffs bis zum Ende zur Wehr zu setzen. So die Aussage von Taiwans Außenminister Joseph Wu. Die Börsen in Hong Kong, Taiwan und Festland-China zeigen sich indes unbeeindruckt und bewegen sich im heutigen Handelsverlauf im grünen Bereich.

Der heutige Tag beginnt mit den Februarzahlen zu den Industrieaufträgen in Deutschland. Die bisher guten Stimmungsdaten aus dem Verarbeitenden Gewerbe deuten auf weitere Zuwächse im Industriesektor hin. Morgen folgen dann die entsprechenden Zahlen zur Produktion und zu den Exporten/Importen. Für die Eurozone werden heute die Produzentenpreise für Februar Erkenntnisse darüber geben, wie stark der Preisdruck durch Lieferkettenengpässe und die Verteuerung von Vorprodukten auf der Ebene der Erzeuger gestiegen ist. Abschließend stehen in den USA die Daten zu den wöchentlichen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Nach zuvor 719 Tausend Anträgen erwarten die von Reuters befragten Ökonomen nun nur noch rund 680 Tausend Neuanträge.

22.03.2021
Volatilität bei US-Renditen bleibt hoch

In der Türkei wurde der Notenbankpräsident Naci Agbal von Präsident Erdogan abgesetzt. Zukünftig soll Sahab Kavcioglu das Amt übernehmen. Das durch den vorherigen Notenbankpräsident gewonnene Vertrauen der Märkte ist abermals mit einem Schlag dahin. Die Lira verlor innert kürzester Zeit rund 15% an Wert gegenüber dem US-Dollar. Für die Türkei wird das Amt des Notenbankpräsidenten zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren neu besetzt.

Beim Thema Ambivalenz sollte die Volatilität der US-Renditen sowie die Festigung des US-Dollar gegenüber dem Euro erwähnt werden. Der US-Dollar fiel heute unter die Marke von 1,19 EURUSD und die US-Treasuries testen derzeit die Marke von 1,70%. Besonders die Entwicklung dieses Währungspaares ist nach Angaben der LBBW-Analysten stark von der Entwicklung der Zinsdifferenz der beiden Wirtschaftsräume abhängig. Mit dem Blick nach Asien sehen wir heute Morgen uneinheitliche Bewegungen. So eröffnete der Nikkei mit einem Minus von 2,00% während der chinesische Markt leicht im Plus notierte.

19.03.2021
The only way is up?

Die Bewegung am Finanzmarkt war gestern wieder einmal sehr ausgeprägt. Besonderes Momentum erlebten die US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit. Sie kletterten zwischenzeitlich bis auf 1,75%. Die Analysten tun sich diesmal allerdings schwer die Ursache für diesen Anstieg auszumachen. So reichen die Vermutungen von Glattstellungen spekulativer Positionen bis hin zu Konjunkturdaten, wie dem Philly-Index, der von 23,1 auf 51,8 Punkte schoss. Die Bewegung der Renditen fand indes aber bereits vor Bekanntgabe dieser Informationen statt. So lassen sich diesmal die Gründe nur in Spekulationen finden. Gemäß LBBW-Analysten ist es durchaus möglich, dass die Renditen am Anleihenmarkt noch länger in Bewegung sind.

Weg von den Staatsanleihen, hin zu den Aktien. Die europäischen Aktien kannten gestern ebenfalls nur den Weg nach oben. Der Dax startete durch mit 1,2% im Plus und lies damit den Euro Stoxx 50, der mit +0,5% notierte, deutlich hinter sich.  In den USA sahen wir ein gegensätzliches Bild, wo der S&P 500 mit 1,5% und die Nasdaq mit 2,9% deutlich nachgaben.

18.03.2021
US-Aktienmarkt: Und er läuft und läuft

Gestern hielten die Währungshüter (FOMC Board) ihre monatliche Sitzung. Vom US-Notenbankrat kam allerdings keine große Überraschung. Bis Ende 2023 sehen die Währungshüter die Leitzinsen nahe Null. Die umfangreichen Anleihenkäufe werden weiter fortgesetzt. All dies, obwohl die Realwirtschaft immer bessere Prognosen erfährt, bei gleichzeitigem Anstieg der Teuerung. Der Dow Jones und der S&P 500 stiegen auf neue Rekordhochs. Die Renditen für die 10-jährigen Treasuries fielen indes und verloren zwischenzeitlich bis zu 9 Punkte.

Der Handelsbilanzüberschuss der Eurozone vergrößerte sich weiterhin gemäß der gestrigen Veröffentlichung auf 6,3 Mrd. EUR weiterhin. Dennoch war es der kleinste Handelsüberschuss seit April letzten Jahres. Zurückzuführen ist dies neue Beschränkungen wegen des Coronavirus in mehreren Ländern der EU. Die Importe sanken im Vergleich zum Vorjahr um 14,1% auf 156,8 Mrd. EUR, was auf geringere Käufe von mineralischen Brennstoffen, Schmierstoffen und verwandten Materialien (-30,5%), Nahrungsmitteln und Getränken (-16,8%) sowie Maschinen und Transportausrüstung (-10%) zurückzuführen ist. Gleichzeitig sanken die Exporte um 11,4% auf 163,1 Mrd. EUR, vor allem aufgrund geringerer Verkäufe von mineralischen Brennstoffen, Schmierstoffen und verwandten Materialien (-30,9%), Maschinen und Transportausrüstung (-14,5%) sowie Fertigwaren (-11,2%).


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17.03.2021
Zunehmender Konjunkturoptimismus

Der ZEW-Index der europäischen Union stieg im März zum fünften Mal in Folge auf aktuell 74 Punkte. Der starke Anstieg deutet allerdings gleichzeitig darauf hin, dass bei der Beurteilung der Situation noch reichlich Platz für die Erholung vorhanden ist. Viele Finanzexperten beurteilen, unabhängig von den positiven Einschätzungen des ZEW-Index, die Situation noch immer negativ. Der Wochenauftakt an den Märkten war alles andere als beschaulich. Erfreulich ist daher, dass Dax und TecDax gestern im positiven Terrain schlossen.

Der US-Einzelhandel veröffentlichte gestern seine Zahlen. Nachdem diese im Januar noch stark angestiegen sind, erwarteten die Analysten für Februar bereits die Gegenbewegung. Diese fiel aber mit Umsatzrückgängen von -3 % stärker aus als vermutet. Analysten der LBBW sehen vor allem in den harten Winterbedingen in den USA die Ursache und daher allenfalls eine temporäre Erscheinung. Auch die Daten der Produktion in den USA fielen leicht schlechter aus als erwartet und auch hierin glauben die Analysten eher die Wetterbedingungen als Ursache zu erkennen als eine tatsächliche Trendumkehr.

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16.03.2021
Gute Unternehmensstimmung in Big Apple

Es zeichnen sich derzeit gute Konjunkturnachrichten am Horizont ab. Die Verabschiedung des Biden-Hilfspakets, die Lockerung von Corona-Restriktionen und das Ausbleiben weiterer meteorologischer Eskapaden in Amerika und anderswo sorgen für eine gewisse Erleichterung. Der gestern veröffentliche Federal Reserve Bank of New York Index für das verarbeitende Gewerbe stieg gestern von 12,1 Punkte (Februar) auf 17,4 Punkte im März. Damit wurde der Konsens übertroffen. Dies erzeugt einen gewissen Aufwärtsdruck im Preis, was sich im Index für Einstandspreise widerspiegelt. Dieser stieg im März auf 64,4 Punkte und liegt damit seit März 2011 auf seinem höchsten Stand. Hierdurch dürfte das Treffen des Offenmarktausschusses am Mittwoch besondere Aufmerksamkeit erfahren.

Im Rahmen der Konjunkturnachrichten wird das ZEW-Institut heute seine Konjunkturerwartungen für Deutschland veröffentlichen. Analysten der LBBW erwarten hier einen Anstieg auf 74 Punkte für den Monat März (Februar 71,2 Punkte). Sie sehen die Anzeichen dafür in einer generellen Aufhellung der Weltwirtschaft und der Hausse am deutschen Aktienmarkt. Danach müssten die Finanzmarktteilnehmer die Lage für die nächsten sechs Monate nur besser einschätzen. Heute Vormittag gegen 11.00 MEZ erfahren wir mehr.

15.03.2021
Dax-Rekordjagd vorerst beendet

Zum Wochenausklang ging die Rekordjagd der vorangegangenen Tage zu Ende. Die Marktteilnehmer schalteten am Freitag einen Gang zurück und neigten vermehrt zu nicht überraschenden Gewinnmitnahmen beim Dax. Der Dow Jones hingegen verzeichnete ein neues Allzeithoch, nachdem der Index für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan im März mit 83 Punkten über den Markterwartungen lag und damit sogar ein 12-Monatshoch markierte. Die Anleger trennten sich aufgrund wachsender Inflationsängste und in Erwartung einer wachsenden US-Staatsverschuldung durch das billionenschwere Corona-Konjunkturpaket auch von US-Staatsanleihen und die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries stieg auf 1,63%. Dies belastete nicht zuletzt die Unternehmen an der Tech-Börse Nasdaq.

 

Mit dem Blick Richtung fernost sehen wir China mit positiven Konjunkturwerten. Im Januar und Februar legte die Produktion in den Industriebetrieben im Vergleich zum Vorjahr um kumuliert 35,1% zu, nach 7,3% im Dezember. Damit konnten die Erwartungen der Experten übertroffen und das Tempo des Aufschwungs gehalten werden. Der Einzelhandelsumsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um kumuliert 33,8% nach 4,6% im Dezember zu. Auch die Investitionen in Sachanlagen entwickelten sich prächtig und zogen im Januar und Februar um kumuliert 35% an.

12.03.2021
Gaspedal wird weiter durchgedrückt

Ab dem kommenden Quartal wird die EZB ihre Anleihenkäufe weiter erhöhen. In welchem Umfang gab Christine Lagarde in der gestrigen EZB-Ratssitzung nicht bekannt. Nach Einschätzung der LBBW dürfte eine Aufstockung auf 75 Mrd. Euro monatlich möglich sein. Im Augenblick kauft die EZB Anleihen im Wert von 60 Mrd. Euro jeden Monat an. Sie signalisiert mit dem erweiterten Ankaufvolumen Entschlossenheit, um den jüngsten Renditeanstiegen entgegenzuwirken. Die Volatilität dürfte desweilen noch weiter anhalten. Einerseits, weil die Inflationsangst grundsätzlich vorhanden ist und andererseits, weil die Schuldenbestände nicht weniger werden.

Die Kombination aus Impfstoffhoffnung, besseren US-Arbeitsmarktdaten und dem aufs Gleis gebrachten 1.9 Bio. USD Hilfspaket sorgte gestern (zumindest) für Auftrieb am Aktienmarkt. Die US-Indizes erreichten gestern Bestwerte. Der Dow Jones legte um 0,6% zu und notierte bei 32.485 Punkten. Der Nasdaq Composite legte um 2,5% zu und erreichte damit 13.398 Punkte. Diesseits des Atlantiks notiert der Dax im Augenblick bei 14.475 Punkten.

11.03.2021
Drückt die EZB nun auf die Tube?

Die steigende Inflationserwartung war Anlass für die Anleger entsprechende Signale von der FED zu erhalten. Allerdings entsprachen die 1,7% Inflation im Jahresvergleich (YoY) den Erwartungen der Volkswirte, weshalb hier gestern keine Negativnachrichten ins Tagesgeschehen traten. Die Märkte fassten dies entsprechend erleichtert auf. Der Dow Jones markierte in der Folge ein neues Allzeithoch. Es sei bezüglich der Inflation dennoch anzumerken, dass der Anstieg um 0,3% vom Februar auf März dennoch signifikant ist.

Heute findet die monatliche EZB-Ratssitzung statt. Nach Einschätzungen der LBBW-Analysten dürfte diese alles andere als routinemäßig sein. An den Märkten hat sich viel seit der letzten Sitzung getan. Der unter 1,20 EURUSD notierende Kurs sollte eine gewisse Erleichterung für die Währungshüter sein. Auch der Höhenflug der Märkte zeigt ihnen, dass Geld- und Fiskalpolitik die Sorge um langanhaltende negative Auswirkungen der Corona-Pandemie zerstreuen können. Dennoch werden sie den jüngsten Renditeanstieg als ein Zeichen der Vorsicht auffassen. Nach Ansicht der LBBW wird sie daher das Ziel verfolgen, die Renditen durch zusätzlich aufgestockte Anleihenkäufe zu drücken.

Rechtshinweis

Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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