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Technologierevolution im Gesundheitswesen - Innovationen als Schlüssel zum Erfolg

„Hoi, wia gohts da?“ Häufig „nur“ als Höflichkeitsfloskel verwendet, erlebt diese Frage seit knapp einem Jahr eine wachsende, inhaltliche Bedeutung. Gesundheit ist für uns essentiell, die andauernde Pandemie führt uns dies noch stärker vor Augen.

HINTERGRUND

Die Weltbevölkerung wächst konstant. Aktuell leben ca. 7,8 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Die UN prognostiziert, dass diese Zahl bis 2030 um eine weitere Milliarde anwachsen wird. Die Lebenserwartung steigt und mit ihr der medizinische Bedarf. Und damit die Kosten. Statistisch liegen diese für einen 85-Jährigen doppelt so hoch wie für einen 65-Jährigen. Einer Studie des US-Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2018 zufolge, werden die Gesundheitsausgaben in den USA pro Kopf alleine bis 2028 um ca. 50 % steigen – die aktuelle Corona-Pandemie noch gar nicht mit eingerechnet. Blickt man nach Asien wird das Ausmaß noch klarer. Bereits heute gibt es dort mehr über 65-Jährige als Menschen in den USA. Die Wirtschaftsberatung Deloitte prophezeit in einer Studie, dass dieses Verhältnis bis 2042 noch extremer wird. Dann wird die Größe dieser Altersgruppe in Asien bereits die gesamte Bevölkerung von Nordamerika und der Eurozone übersteigen.

IMPULS

Im Vergleich zu anderen Branchen steckt die technologische Revolution im Gesundheitssektor noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen. Der Bedarf und das Potential erscheinen riesig. Um einer möglichen Kostenexplosion entgegenzuwirken, muss das Gesundheitssystem grundlegend verändert werden. Die Stichworte heißen Innovation, Effizienz und Effektivität. Nicht nur die Gesundheitskosten sollen gesenkt werden. Auch die Behandlungsergebnisse sollen dadurch entsprechend verbessert werden.

ANWENDUNGSBEREICHE

Digitale Gesundheit umfasst den vollständigen Lebenszyklus des Gesundheitswesen. Von der Forschung & Entwicklung über die Diagnose und Behandlung bis hin zu neuen Geschäftsmodellen und regelmäßiger Interaktion mit den Patienten. Die Ansätze sind sehr vielfältig. Doch was heisst das konkret? Wie kann eine Digitalisierung des Gesundheitswesens aussehen?

Forschung & Entwicklung

Nicht erst seit der Herstellung von Impfstoffen, wissen wir von der innovativen Kraft der Sparte Forschung & Entwicklung. Beispielhaft hierfür ist das Unternehmen Guardant Health, welches im Bereich Onkologie tätig ist. Es stellt Bluttests her, mit denen schnell kritische genomische Informationen über Krebs gewonnen werden können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gewebebiopsien ist bei der Flüssigbiopsielösung von Guardant Health kein physischer Zugang zu Tumorgewebe erforderlich. Vorteil ist eine schonende, effektivere und kostengünstigere Behandlung von Krebspatienten. Eine Vielzahl von Patenten und ausstehenden Patentanmeldungen sowie ein dreistelliges Umsatzwachstum (2019) sprechen für sich.

Behandlung

Eine weitere Innovation ist hierzulande bereits gängiger – zumindest für Diabetespatienten. Dexcom, führender Anbieter von Systemen zur automatisierten kontinuierlichen Glukoseüberwachung, gewährleistet inzwischen einen kontinuierlichen Datenfluss. Patienten können Alarme einstellen, wenn der Glukosespiegel unter einen bestimmten Wert fällt. Dies gibt Eltern die Sicherheit, dass der Glukosespiegel ihrer Kinder in Ordnung ist, während sie schlafen. Durch die vollständige Integration in die Insulinpumpe bietet diese Plattform auch zukünftig weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Effizienz


Während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020 gewann die sogenannte Telemedizin auch in Europa an Bedeutung. Stellt der digitale Arztbesuch via Videoanruf für uns noch relatives Neuland dar, etablierte er sich in den letzten Jahren bereits in den USA. Insbesondere in ländlicheren Regionen ist die Abdeckung mit medizinischer Versorgung häufig gering. Die virtuelle Plattform Teladoc Health, welche telemedizinische Lösungen anbietet, errechnet nicht nur eine Zeitersparnis von in Summe fast 75 % gegenüber einem traditionellen Arztbesuch, sondern auch eine Kostenersparnis von rund 100 USD pro „Arztbesuch“. Teladoc Health selbst erwartet Wachstumsraten von 20 – 30 % für die kommenden Jahre. Das Einsparpotential für die USA liegt bei jährlich ca. 30 Mrd USD, wenn zukünftig einer von drei Arztbesuchen pro Kopf und Jahr digital stattfinden würde. Ein weiteres Beispiel, um die Effizienz im Gesundheitssektor zu steigern, ist die elektronische Gesundheitsakte. Österreich nimmt hier mit ELGA bereits eine Vorreiter-Rolle ein. Sie gewährleistet eine durchgängige Versorgungskette und erleichtert die aufwändige Kommunikation zwischen Haus- und Facharzt, welche in vielen Ländern noch via Brief oder Fax stattfindet. Weniger Bürokratie, mehr Zeit für den Patienten.

Ihr Kontakt

Mag. (FH) Sabine Nigsch
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Hypo-Passage 1
6900 Bregenz

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